Zunehmende Angst vor Jugendämtern

Zunehmende Angst vor den Jugendämtern behindert den Kinderschutz

Die BAG ASD/KSD (Bundesarbeitsgemeinschaft Allgemei­ner Sozialer Dienst, Kommunaler Sozialer Dienst) stellt eine zunehmende Angst der Bevölkerung vor einer Kon­taktaufnahme zu den Jugendämtern fest.

Die Diskussion um vernachlässigte und misshandelte Kin­der führt bereits seit längerer Zeit zu einer verstärkten Kri­tik an der Arbeit Sozialer Dienste in den Jugendämtern. Aktuelles Beispiel ist der Fall eines im Kellerraum aufgefundenen, vernachlässigten Kindes im Kreis Sege­berg (Schleswig-Holstein). Jeder dieser Fälle ist sorgfältig zu prüfen. Die Öffent­lich­keit und beteiligte Personen haben ein Recht darauf, dass gegebenenfalls deutlich werdende Schwachstellen im Kinderschutzsystem und Fehlverhalten von Beteiligten nachgegangen wird und Maßnahmen der Fehlervermeidung ergriffen werden.

„Die pauschale Kritik an der Jugendhilfe und der Ruf nach einem stärkeren Eingriff der Jugendämter, wie anlässlich der Vorkommnisse im Kreis Segeberg geäußert, nehmen zu“, so Ingrid Gissel-Palkovich, Professorin für Soziale Arbeit an der Fach­hochschule Kiel. Insbesondere seitens der Politik werden Forderungen nach neuen gesetzlichen Regelungen, unangemeldeten Hausbesuchen, schärferen Eingriffen und dem verstärkten Einsatz von Hebammen laut. Diese Forderungen werden das eigentliche Ziel – die Stärkung des Kinderschutzes – verfehlen.[..]

Wird weiterhin der Eindruck gestärkt, Aufgabe der Jugendämter sei es vorrangig un­an­gemeldete Hausbesuche zu machen und Kinder von ihren Eltern zu trennen, wer­den Eltern und Kinder es zusehends vermeiden, überhaupt mit dem Jugendamt in Kontakt zu kommen. Eltern werden versuchen, ihre Schwächen und Unzulänglich­keiten zu vertuschen, Kinder und Jugendliche werden es unterlassen, sich selber Hilfen der Jugendämter zu erschließen.[..] Moses Online · BAG/ASD/KSD Presse­mitteilung -PDF

Da bin ich aber froh, dass auch andere die „besonderen Hilfen“ als kritisch ansehen. Viele Jugendämter agieren heute kaum mehr im Sinne des Kindeswohl.

Interessant ist in diesem Zusammenhang noch folgendes: im WGvdL.com-Forum hat ein User einen Auszug aus einem Arbeitsdokument des Petitionsausschuss des EU-­Parlaments über eine Informationsreise nach Berlin (23.-24. November 2011) ein­ge­stellt.

Heelllaaaaauuuuuuu!!!!! Jugendämter machen alles richtig!

Büttenrede des Petitionsausschusses vom EU-Parlament vom 24.06.2012

Hier mal einige Zitate …. Helau … Helau … Helau:

[..]Das Jugendamt beschäftige fast ausschließlich qualifizierte Mitarbeit­er, je nach spezifischem Arbeitsbereich der Sozialarbeiter (häufig mit Zu­satzqualifikationen), sowie diplomierte Psychologen, Verwaltungsange­stellte und Sekretariatsmitarbeiter und Jugendarbeiter und Kinderbetreuer für die Freizeiteinrichtungen. [..]

Viele Schlussfolgerungen können bereits aus dem beschreibenden Haupt­teil dieses Dokuments gezogen werden, jedoch sind die Mitglieder der Auffassung, dass folgende Punkte unterstrichen werden sollten.

– Betreffend der Jugendamt-Petitionen,konnte der Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments keine Verstöße gegen nationales oder europäi­sches Recht von Seiten der deutschen Behörden ausmachen.

– Der Ausschuss hat keine Beweise oder Indizien und, was am Wichtig­sten ist, keine handfeste Basis für die Beschwerden der Petenten ausma­chen können, die Grund zur Annahme geben würden, dass grenzüber­schreitende Ehen von den deutschen Behörden besonders diskriminiert würden.[..] WGvdL.com-Forum · PDF-Dokument des EU-Parlaments

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