VafK-Aktivitäten nach dem Urteil aus Straßburg

vafk-logo Folgender Beitrag entstammt dem Newsletter des Vafk.

Mit Urteil des Europäischen Gerichtshofes am 3. Dezember 2009 wurde festgestellt, daß die gesetzlich vorgegebene Ausgrenzung nichtehelicher Väter von der Sorgeverantwortung für ihre Kinder in Deutschland eine Menschenrechtsverletzung ist. Damit wird unsere jahrelange Position bestätigt! Das Urteil fand große Beachtung in den Medien. Zuvor wurde die Bundesrepublik bereits mehrfach wegen Menschenrechtsverletzungen beim Umgangsrecht verurteilt.

Unter betroffenen Vätern weckt das europäische Sorgerechts-Urteil viele Hoffnungen. Tatsächlich führt das Urteil jedoch unmittelbar zu keiner Veränderung. Die Bundesregierung muss nun aber die Gesetze ändern.

Führende Familienpolitiker sind bisher nicht bereit, für eine konsequente Verbesserung der Unrechtssituation in Deutschland zu sorgen. Vielmehr wird versucht, eine Minimallösung zu schaffen. Nichteheliche Väter dürfen das Sorgerecht bei Gericht einklagen, wenn sie verschiedene Bedingungen erfüllen und nachweisen können, dass dies auch dem Kindeswohl dient.

Wir fordern das gemeinsame Sorgerecht für alle Väter und Mütter ab Geburt ihres gemeinsamen Kindes. Konkret heißt dies für Väter, dass spätestens bei Feststellung der Vaterschaft der Vater auch die volle Elternverantwortung erhalten muss. Dies ist in den meisten europäischen Ländern längst Standard.

Das kommende Jahr ist für den Väteraufbruch und alle betroffenen Väter eines der wichtigsten Jahre überhaupt. Im Jahr 2010 werden die Weichen gestellt, wie die gesetzlichen Regelungen in den kommenden Jahren ausfallen werden. Wenn wir uns jetzt nicht für eine Lösung im Sinne des europäischen Standards einsetzen, wird es für viele Jahre bei einer sehr unbefriedigenden Lösung bleiben.

Zum Jahresanfang 2010 wird der Bundesvorstand daher einen Aktionskatalog vorstellen. Am 27. Februar werden wir voraussichtlich in Fulda ein bundesweites Aktiven-Treffen veranstalten. Dort werden wir unser Vorgehen diskutieren und festlegen.

Analog zur Aktion Väterpolitk.de werden wir dafür eine separate WEB-Seite einrichten, auf der der aktuelle Diskussionsstand dokumentiert wird. Auch werden dort die laufenden Aktivitäten des Bundesvereins und darauf abgestimmte lokale Aktivitäten der Kreisgruppen und bei befreundeten Vereinen veröffentlicht werden.

Die vor uns liegenden Aufgaben bedeuten einen erheblichen Kraftaufwand, den wir kurzfristig zusätzlich zu den laufenden Aktivitäten (wie Kongresse, Väterradio, Beratungsarbeit) erbringen müssen. Dazu sind wir dringend auf weitere aktive Mithelfer, erheblich mehr Mitglieder und zusätzliche Spenden angewiesen.

Bitte überlegen Sie sich, dem Väteraufbruch beizutreten, soweit noch nicht geschehen: gerade jetzt brauchen wir jedes Mitglied und Sie uns als Team. Nur ein mitgliederstarker Verband hat in der Öffentlichkeit auch ein starkes Gewicht! Die geplanten Aktivitäten bedeuten Mehrkosten in 5-stelliger Höhe.

Online-Link: www.vafk.de/spenden.htm

Das kommende Jahr bietet die Chance für eine entscheidende Weichenstellung. Es liegt an uns allen, daraus etwas zu machen. Daher bitten wir um Mitgliedschaft, Mitarbeit und Spenden.

Wir wünschen persönlich alles Gute für das kommende Jahr und hoffen gemeinsam auf eine positive Entwicklung – im Jahr 2010.

Ich selber glaube im übrigen auch, das man Vätern nur minimal entgegen kommen wird. Das ist natürlich politisch gewollt, bringt es doch Rechtsanwälten weitere Einkommen und die Helferindustrie wird ebenfalls bedient.
Den Originaltext habe ich im übrigen um die mehrmaligen Spendenaufrufe gekürzt. Sollte dieser Text auf der VafK-Homepage eingestellt werden, reiche ich den Link nach.

VafK

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3 Kommentare.

  1. „Ich selber glaube im übrigen auch, das man Vätern nur minimal entgegen kommen wird.“
    Auf solch skeptische Prognose, wie vom VafK formuliert, sollte besser verzichtet werden!
    Ihr dürfte kaum eine förderliche Wirkung zukommen. Eher kann sie sich zur Self-fulfilling-prophecy entfalten.

    Natürlich gibt es Interessen(sgruppierungen), die eine dem Kindeswohl dienende Einbindung von Vätern nach elterlicher Trennung in die Erziehungsverantwortung (und sei es nur ein dem Kind gerecht werdender Umgang) behindern. So möge man z.B. den Leserbrief v. Ulrike Amoore in der FAZ v. 21.12.2009 lesen, den die FAZ für wert hielt, in bemerkenswerter Länge zu veröffentlichen. Solche restaurativen, kindeswohlwidrigen publizistischen Vorstöße zu korrigieren ist wichtig! Statt eigene Schwäche zu beklagen.

    Vgl. meine Antwort an die FAZ:
    http://www.fon445.de/faz091229.doc

  2. @ JDMeyberg

    Das mit dem Self-fulfilling-prophecy kann ich nicht von der Hand weisen. Wenn ich mir allerdings die Rechtssprechung der letzten Jahre für Väter ansehe, wo sich nichts gebessert hat, dann kann auch ich nicht glauben, das sich in absehbarer Zeit etwas zum Positiven verändern wird. Du darfst nicht vergessen, welche Lobbyisten in den Ausschüssen sitzen und wer etwas zu sagen hat.
    Die Frage lautet daher tatsächlich: soll ein Verein mit dieser Taktik an die Öffentlichkeit gehen oder in der Tat eher versuchen, positiv auf seine Mitstreiter einzuwirken?
    Wenn ich an (m)einen Betrieb denke und mir vorstelle, das ich meinen Mitarbeitern nur negatives berichte – was mit Sicherheit die Arbeitsmoral verschlechtert – dann tendiere ich allerdings zum positiven denken. Andererseits kann ich dieses nicht machen, wenn z.B. keine Zahlungseingänge zu verzeichnen sind und der Betrieb dadurch unweigerlich in die Insolvenz rutscht, denn das wäre Realitätsverleugnung. Von daher bin und bleibe ich eher ratlos.

    Herzlicher Gruß – Christine

  3. Ich empfehle Orientierung an dem Paradoxon, das ausgegrenzte Väter vor Jugendamt und Gericht erfahrungsgemäß immer wieder erfolgreich macht:
    zurückhaltend, freundlich und gelassen auftreten und keine vielen Worte machen.
    Die gegnerische Position nicht aufgebracht niedermachen! Auch dort nicht, wo sie selbst diesbezüglich versagt.

    Wolf Biermann hörte ich vor über dreißig Jahren Bulat Okudschawa zitieren:
    Mit dem Schlimmsten rechnen und das Beste tun!
    (Dass ich es nicht vergessen habe, dürfte belegen, wie bedeutsam diese Perspektive ist 🙂 )

    Der Zornige tut sich selbst kurzfristig Gutes. Doch er erreicht kaum einen anders Denkenden.

    Der sublimierte Zorn dagegen, der sich in lächelnd vorgetragenen knappen Argumenten ausdrückt (die in solchem Kontext durchaus auch mal vernichtende Schärfe haben dürfen), gewinnt.

    Oder aus der Perspektive des Familienforschers Fthenakis:
    Väter werden immer besser.
    Hatten sie selbst einen vorbildlichen Vater, dann ahmen sie ihn nach.
    Hatten sie einen Versager zum Vater, dann grenzen sie sich von ihm ab und machen es besser.

    Also Grund zum Optimismus!

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