Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen

„Frauenberatung im Wandel“ – unter diesem Motto trafen sich in diesem Jahr mehr als 160 Expertinnen der Frauenberatung aus ganz Deutschland zur Tagung des Bundesverbandes Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (BFF) in Schwäbisch Hall. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert den BFF sowie die Jahrestagung.

Schwerpunkt der Veranstaltung, die vom 23. bis 25. September stattgefunden hat, war die Frage, wie Frauen, die von Gewalt betroffen sind, noch wirksamer durch Beratung erreicht werden können. Die auf der Tagung präsentierte Studie zur Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wurde, zeigt zum Beispiel, dass häusliche Gewalt kein Problem sozialer Brennpunkte ist, sondern in allen gesellschaftlichen Schichten stattfindet.

Außerdem zeigt die Studie, dass Ausmaß und Schwere der Gewalt in Paarbeziehungen überproportional zu beobachten sind, wenn Frauen der mittleren oder älteren Generation mit ihrem Einkommen und ihrer gehobenen beruflichen Position dem Partner überlegen sind. Auch Trennungsphasen sind oftmals Risikosituationen.

Mit seiner Forderung, dass jede Frau die Gewalt erlebt, ein Recht auf Unterstützung hat, haben der BFF und die Teilnehmerinnen der Tagung die Vereinten Nationen im Rücken: Die Konvention gegen die Diskriminierung von Frauen CEDAW macht es allen Unterzeichnerstaaten zur Aufgabe, den uneingeschränkten Zugang zu Unterstützungseinrichtungen zu verbessern [hier]

Neben einer nicht repräsentativen Pilotstudie zu Gewalt gegen Männer, gibt es bis heute aus dem Familienministerium noch nicht einmal eine Studie zu Gewalt an Kindern. Zwar wurde im Jahre 2008 das Robert-Koch-Institut damit beauftragt, Gewalt gegen Frauen und Kinder zu analysieren, aber auf Grund fehlender Daten zu Jungen wurde sogar die Gewalt gegen Kinder separiert.

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Da ich nach meinen Recherchen heute vormittag zum Thema „Gewalt gegen Kinder“ ziemlich fassungslos ob fehlender Informationen aus Deutschland bin, mache ich daraus einen eigenen Beitrag.

Link
Robert-Koch-Institut: Gesundheitliche Folgen von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt gegen Frauen

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1 Kommentare.

  1. Gewalt an Kindern ist das größte Tabu. Auch Amnesty International interessiert sich nach meiner Kenntnis nicht für Unrecht, sobald es an Kindern begangen wird.

    Dieses Desinteresse ist überall auf der Welt zu finden, obwohl Kinder die bei weitem wehrlosesten Geschöpfe sind und am ehesten Hilfe bräuchten.

    Dann würden sich auch langfristig alle möglichen Maßnahmen in bezug auf familiäre Gewalt und Gewalt zwischen Partnern erübrigen. Man will diese Dynamik aber nicht begreifen. Erwachsene schlagen nicht, weil sie selbst als Kinder geschlagen wurden und dies verdrängen, sondern weil sie „überfordert“ sind, arbeitslos oder sonst irgendetwas.

    Wahrscheinlich spielen auch noch die Gene oder der Teufel eine Rolle.

    Dies ist kein Zynismus: Aber eine Frau ist erwachsen. Wenn sie sich unbedingt einen Partner sucht, mit dem sie ihr Kindheitsleid in Szene setzen kann, dann ist das ihre Verantwortung.

    Hier wird ständig getan, als ob Frauen passive Opfer einer bösen Männerwelt seien.
    Die Verantwortung der Frauen (bei der Partnersuche) wird gar nicht gesehen. Eine psychisch gesunde Frau würde sich in einen potentiell gewalttätigen Mann gar nicht erst verlieben.

    Mal abgesehen davon, daß auch Frauen erheblich gewalttätig sind. Das wollen Gutmenschinnen nicht zur Kenntnis nehmen. Das „sogenannte Gute“ ist ein Selbstzweck.

    Also: Wenn irgendjemand wirklich Hilfe braucht, dann sind es die Kinder. Dieses ewige Gesäusel der armen Frauen. Natürlich sollen reale Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen beseitigt werden.
    Es ist nur sehr befremdlich, daß so wenige Menschen merken, daß die Frauenfixierung einen Selbstzweck darstellt.

    Dies ist geradezu eine Drive, eine Modewelle, und alle gefallen sich in ihrem Gutsein. Diese Struktur ist bei Ideologien, egal welcher Couleur, immer die gleiche.

    Wenn man Ungerechtigkeitskonstruktionen hinterfragt und nicht mehr im Strom des Guten mitschwimmt, begeht man schon einen Frevel.

    Informationen zum Thema Kindesmißhandlung finden sich auf der Internetseite von Alice Miller.

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