Eine Unabhängigkeitserklärung der Männer

©by Maryline Weynand/Pixelio.de

Roslin aus dem WGvdL.com-Forum hat den eng­li­schen Artikel „The Origin of The Spearhead“ aus dem gleich­na­mi­gen Blog zum Teil übersetzt. Da ich den Beitrag be­acht­lich fand, stelle ich ihn hier ein. Den englischen Originaltext findet man hier, die Über­set­zung von Roslin hier.

Nun, da Gleichheit der Einkommen zwischen den Ge­schlech­tern in der jüngeren Generation erreicht wurde und Frauen Männer hin­sicht­lich ihres Aus­bil­dungs­stan­des weit überflügeln, sehen sich die meisten „normalen“ Männer mit ihrer Bedeu­tungs­lo­sig­keit konfrontiert.

Einer meiner Freunde sagte mir, dass mittlerweile Frauen die Firmenabteilung, in der er früher arbeitete, übernommen haben. Mit Ausnahme spezialisierter Beschäf­ti­gungsbereiche, die männlichen Verstand oder männliche Körperkraft erfordern, schei­nen Frauen in der Tat die Oberhand zu haben. Jedoch wies ich ihn darauf hin, dass die Spitze weitgehend männlich dominiert bleibt, während die mittlere Ebene von Frau­en beherrscht wird. Die unterste Ebene wird wie die Spitze von Männern do­mi­niert. Unglückseligerweise für uns Männer ist der Keller sehr viel größer als das Penthouse.

Was bedeutet das für die vielen Männer, die nicht zu den wenigen Herausragenden gehören? Sind sie dazu bestimmt, als niedrige Hilfsarbeiter den Dreck aus der Ka­na­li­sation zu schaufeln? Für viele von uns könnte die Zukunft noch weit trostloser aus­se­hen. Unrat und Verstopfungen zu beseitigen wird immerhin recht gut bezahlt, zu­min­dest angesichts der Rechnung, die ich dafür zuletzt erhielt.

Die Zukunft sieht düster aus, aber gibt es auch etwas Positives angesichts unseres neuen Status als Wegwerfartikel? (Anm. von Roslin: So neu ist der für Männer nicht, auch im Patriarchat besiedelten Männer die Extrempositionen und Frauen den kom­mo­den Mittelbereich, auch im Patriarchat waren hauptsächlich Männer die, die weg­ge­wor­fen wurden in lebensgefährlichen Berufen und auf den Schlachtfeldern, das ist nichts Neues, neu wäre es, wenn Männer das erkennen würden und sich dagegen wehrten)

Ja, da könnte es etwas geben, aber nur, wenn wir lernen, unsere Situation zu er­ken­nen und anzunehmen.

Gebunden durch ihre Verpflichtung Familien, dem Arbeitgeber, dem Staat ge­gen­über, erwarteten Männer im Gegenzug gewisse Garantien. Diese lassen sich in einem Wort zusammenfassen: Treue. Wir erwarteten, nicht betrogen, belogen, fallen gelassen zu werden. Traurigerweise passiert nun genau das. Vielleicht ist dafür unsere eigene Selbstgefälligkeit mindestens so sehr verantwortlich zu machen wie irgendetwas anderes, aber der Betrug an uns ist ein Faktum. Nach der unver­meid­li­chen Wut darüber, der Verleugnung, der Verzweiflung erreichen wir nun endlich das Stadium der Akzeptanz.

polarlicht_3-1Diesen Verlust an Sicherheit, Vertrauen, Selbst­ver­trauen zu akzeptieren ist schwer, jedoch zutiefst befreiend. War man zuvor gefesselt durch Täuschung und Groll, so ist die Fessel nun gelöst, die Zellentür ist offen, die Sicht auf diese Welt klar. Gefühle von Schuld, Ärger, Neid, Enttäuschung verpuffen. Das, was sein sollte, weicht der Erkenntnis dessen, was ist.

In diesem Zustand wird man nicht mehr gequält von all den Sorgen, Verpflichtungen, Verantwortlichkeiten, die auf einem lasten. Es wird klar, dass allein die Realität unser Herr und Meister ist, allein das zählt, wie die Dinge wirklich sind.

WIR SCHULDEN NICHTS UND NIEMANDEM ETWAS.

Wenn ein Mann seine unzähligen Beschränkungen abgestreift hat, die Kette der Verpflichtungen, denen er unterworfen ist, bis an ihr Ende zurückverfolgt hat, dann steht er seinem wahren Herrn und Meister gegenüber, dem einzigen Herrn und Meister, dem er wirklich unterworfen ist: der Realität.

Hat ein Mann sich befreit von all den Erwartungen und Wünschen anderer, die auf ihm lasten, dann folgt er endlich nur noch dem, wonach SEIN Herz verlangt. Jede Unterstützung, die er gewährt, jede Zuwendung ist ausschließlich freiwillig, von niemandem erzwungen. Seine Liebe und sein guter Wille sind rein und frei von jeder Liebedienerei.

Ebenso ist jede Böswilligkeit allein seiner Initiative geschuldet. Seine Gefühle und seine Absichten werden erkennbar in seinen Handlungen. Weil die Realität Wahrheit verkörpert, er sich allein an ihr ausrichtet, verkörpert er Aufrichtigkeit.

Frauen streiften ihre sozialen Verpflichtungen und Einschränkungen ab, Männer können nun dasselbe tun (Anm.: SIE MÜSSEN ES TUN, sonst schreitet ihre Vernutztierung ungebremst voran).

Wenn Männer erkennen, dass ihr Gebundensein an Pflichten vor allem ihrem eige­nen Bewusstsein entspringt – was ihnen oft nicht bewusst ist – dann ist es leicht, sich davon zu befreien (Anm.: ein Irrtum, es ist möglich, aber nicht leicht, jedoch in unserer Lage NOTwendig). Unsere Bindung an Pflichten erwuchs aus den Garantien, die wir einforderten, aus denen langsam Verpflichtungen entstanden, die wir als unausweichlich anzusehen lernten.

Die Garantien für uns wurden beseitigt, aber wir hängen immer noch an unseren Verpflichtungen und in der Erkenntnis dieser Ungerechtigkeit liegt die große Chance, uns davon zu befreien.

Ohne den Schock, den Betrug und Verlust verursachten, hätten wir wohl noch lange Zeit brav den Karren gezogen, Ochsen gleich unterworfen schwerer Last und der antreibenden Peitsche. Das wird nicht mehr länger so sein. Der Handel, den man uns anbietet, ist faul, es gibt keinen Grund, ihn einzugehen und die Last noch länger zu ziehen.

Das befreiende Gefühl, das einen überkommt, wenn man eine schwere Last ablegt, begeistert (Anm.: Vorsicht, darüber könnte unsere Zivilisation zugrunde mann-maenner-freiheitgehen, wenn Männer ihre Last abwerfen, aber sollen die es ver­ant­wor­ten, die den Vertrag einseitig aufgekündigt haben!) Bit­ter­keit, Verlust, Betrug treten zurück angesichts der Freu­de, dass unser Leben wieder uns gehört. Was andere von uns wollen, von uns erwarten, über uns denken ist nicht mehr wichtiger als alles andere, denn alles, was zählt, ist die Realität und wie wir mit ihr umgehen wol­len.

Wenn Männer das erkennen, wissen sie, was Freiheit ist

Ich meine, es wird Zeit, sie sich zu nehmen.

Bildquelle: ©by Maryline Weynand/Pixelio.de

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