Schon wieder Frauenquote im Bundestag

frauen-quote-nein-danke1Es gibt Momente, da wünsche ich mir die Frauen­quo­te fast sehnlich herbei, damit endliche Ruhe herrscht. Das Problem dabei ist nur: ist das Thema abgehakt, kommt die nächste Frauenspezifische „Be­nach­tei­li­gung“ und dann werden wieder sooft und solange Anträge ge­stellt, bis endlich der Zuspruch zur Ge­set­zes­änderung da ist. Genauso haben im Übrigen etliche Frauen in dieser Bun­des­tags­sit­zung argumen­tiert, vermutlich sogar in dem Wissen, das es viele nervt.

Plenarprotokoll 17/94 • Deutscher Bundestag • Stenografischer Bericht
94 Sitzung • Berlin, Freitag, den 25. Februar 2011

Quotenregelung für Aufsichtsräte und Vorstände gesetzlich festschreiben

Rednerliste:
Christel Humme (SPD) · Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU)
Cornelia Möhring (Die Linke) · Marco Buschmann (FDP)
Monika Lazar (Bündnis 90/Die Günen) · Dr. Stephan Harbarth (CDU/CSU)
Willi Brase (SPD) · Nicole Bracht-Bendt (FDP) · Ulla Lötzer (Die Linke)
Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) · Dorothee Bär (CDU/CSU)
Dr. Eva Högl (SPD) · Rita Pawelski (CDU/CSU) · Elke Ferner (SPD)

Stellvertretend für etliche Frau­en­re­den habe ich einen kurzen Beitrag von Frau Deligöz eingestellt, der im Gro­ßen und Ganzen die Haltung aller Befürworter widerspiegelt.

Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen):
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Frau Winkelmeier-Becker, ich will einen Satz von Ihnen aufgreifen: Sie ha­ben gesagt, wir debattieren inzwischen fast wöchentlich über dieses Thema. Damit haben Sie auch recht. Aber woran liegt das? In der Ge­sell­schaft gab es noch nie ein so großes Bündnis für die Quote, wie wir es zurzeit erleben: von FidAR über den Deutschen Ju­ristinnenbund und den Verband deutscher Unternehmerinnen bis hin zu Jour­na­lis­tin­nen, die sich plötzlich mit dem Thema Quote in ihrem Arbeitsfeld beschäftigen. Die­ses starke Bündnis reicht quasi bis zur EU, die darüber diskutiert, ob man nicht EU-weite Regelungen mit Blick auf die Quote einführen muss. Vor diesem Hintergrund stellt sich umso mehr die Frage, ob es uns im Par­la­ment gelingt, diese gesell­schaft­liche Debatte aufzunehmen; denn das ist ja auch ein Auftrag an uns. Genau deshalb ist es richtig, dass wir – wenn nötig – jede Woche darüber diskutieren; denn wir müs­sen das in die Köpfe hineinkriegen. Das ist ein Auftrag an uns.

[..]Ich bin eine Quotenfrau; ich stehe dazu. Das ist auch gut so. Die Quo­te ist ein In­stru­ment, um Frauen in bestimmte Positionen zu bringen. Trotz­dem müssen sich die Frauen selber weiter durchsetzen und bewähren.

Da halte ich es mit einem Schweizer Leser, der als Kommentar im Tagesanzeiger zum Thema «Eine Frauenquote ist rassistisch» meinte, das er froh sei:

«wenn die ganze Emanzengeneration endlich in die Pension geht»

Zurück zu Frau Deligöz: von welchem Auftrag und von welcher Gesellschaft spricht sie eigentlich? In ihrer Re­de zählt sie jedenfalls nur Frauenorganisationen auf, bei denen sich anscheinend nur oder überwiegend akademische Frauen engagieren. Deswegen frage ich mich, mit welchem Recht werden Frauenthemen tatsächlich bei fast jeder Sitzung auf die Ta­ges­ord­nung gesetzt? Nachfolgend nur ein kurzer Überblick der 96. und 97. Bun­des­tags­sit­zung zu Frauenthemen:

96. Sitzung, Donnerstag, 17.03.2011, 9.00 – ca. 00.50 Uhr Bundestag
6.a) Zweite und dritte Beratung Bundesregierung
Zur Bekämpfung der Zwangsheirat und zum besseren Schutz der Opfer von Zwangsheirat sowie zur Änderung weiterer aufenthalts- und asylrechtlicher Vorschriften – Drs 17/4401 – und weitere Beratungen zumThema

21.a) und b) Beratung Antrag SPD, DIE LINKE., BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN rund ums Thema
Deutschland im UN-Sicherheitsrat – Nationalen Aktionsplan zur UNResolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ jetzt erstellen – Drs 17/…

97. Sitzung, Freitag, 18.03.2011, 9.00 – ca. 15.10 Uhr Bundestag
Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen gesetzlich durchsetzen – Drs 17/…

Rita Pawelski zählt im Übrigen in ihrer Rede die angeblichen Vorurteile auf, welche über Frauen bei der Arbeit existieren. Im Grunde genommen stehen dort alle Ar­gu­men­te drin, die von vielen Männern und teilweise auch Frauen bestätigt werden. In­teressant finde ich ebenfalls, das zwar ständig davon gesprochen wird, wie gut Frau­en in Aufsichtsräten und Vorständen für Unternehmen wären, aber keiner bringt mal den Einspruch, das Deutschland immerhin viele Jahre Exportweltmeister war und im Moment hinter China auf Platz 2 steht. Man mag sich gar nicht vorstellen wollen / können, wie gut deutsche Unternehmen mit mehr Frauen an der Spitze wären.
😉

Rita Pawelski (CDU/CSU)
[..]Sogar die Berliner Stadtreinigung – da kann man eigentlich nur schmunzeln – kündigt eine 50-Prozent-Quote an.

Eine 50-Prozent-Quote bei den Müllarbeitern – wow 😉

Den Vogel hat dieses Mal ein Mann abgeschossen, der folgendes meint:

Willi Brase (SPD):
[..]Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen. Wir Männer müssen begreifen, dass wir zukünftig Positionen abgeben müssen bzw. nicht mehr alle bekommen können. Mir scheint ein größeres Problem zu sein, dass ein Teil der Männer nicht bereit ist, etwas abzugeben. Ich meine, das ist falsch.

Auch für das Thema Frauenquote dieser Bundestagssitzung habe ich der besseren Lesbarkeit willen ein PDF-Dokument erstellt.

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5 Kommentare.

  1. Das ist die Taktik.
    Selbst Altbundeskanzler Schröder war so genervt, dass er den GenderQuatsch mit dem Ausruf “ Frauengedöns!“ belegte, aber durchgewunken!

  2. Dunken Sadovic

    Die sollen uns endlich zufrieden lassen mit solch einem Kram. Das geht einem echt auf die Nerven. Das Land hat Billionen EURO Schulden und die diskutieren um eine Frauenquote. Als ob wir hier keine anderen Probleme haben. Die Genossen da oben sollen mal hier lesen, da wird mal nachgefragt, welche Frau bereit wäre, als Quotenfrau durch´s Leben zu gehen: http://www.deutschland-stimmt-ab.de/index.asp?frage=622

    Furchtbar, dieses Land ist unter dem Feminismus wirklich furchtbar geworden!

  3. Erinnert mich irgendwie an das Gejammere und Gezetere eines Kleinkindes, welches natürlich unfähig sich selbst die Süssigkeit bzw. das geforderte Spielzeug zu leisten, zunächst mit dem Fuss aufstapfend, dann mit zunehmend weinerlichem Gesichtsausdruck und dann anschliessend schrill kreischend, sich am Boden wälzend wie gasig skandiert ; „ICH will, ICH Will, ICH will!!!!“, solange die Umwelt und vor allem die Etern terrorisiert, bis des Lieben Frieden Willens nachgegeben wird.

    Ich würde mit sowas zu kommunzieren dahingehend bereit sein, allerhöflichst zu nach zu fragen, ob das IrrenHAUS Ausgang habe, wenn ich nicht wissen würde, das diese Kretins das nicht verstehen täten.

    Das geht nur mit Erzieherischen Massnahmen.

    Das Kreuz immer an der anderen Stelle machen. Aufmucken. Thematisieren.
    Dorthin, wo Schröder es hinstellte, weil der als Nicht – Vater schwächere Nerven besitzt. Gedöns-Kinderkacke Ecke. Bällchen Bad. Irrenhaus.

    Herr, Bitte Verleih mir die nötige
    Geduld und Gelassenheit.
    Aber SOFORT!

    Frank

  4. Bei uns in Österreich ist es nicht anders. In erhabener Selbstzufriedenheit wälzend oder sollte ich sagen, sulend, wird eine gläserne Diskriminierung durch die Kristallkugel herbeigesehen; Vorstände, Minister diskutieren eifrig mit und stimmen in den „Kälbermarsch“ mitein. Wie kann man sich nur so schämen, ein Mann zu sein, mir unbegreiflich. Was ist mit unseren Unternehmern los, warum lassen die sich in generi als latent frauenfeindlich bezeichnen, von einer Person, die Hauptschullehrerin für die Fächer Deutsch und Bildnerische Erziehung ist. Wollen wir nicht gegen die Wirtschaftskrise anmalen, Frau … – ach ich lasse das.

    Was ist das Nächste? Wird eine Kindergartenpädagogin als Wirtschaftsministerin herbeigegendert.

    Echt nur mehr – kotz, würg. Ich geh‘ ins Kloster.
    Heinz

  5. Wenn es uns nicht so teuer zu stehen käme, würde ich sagen: Männer, zieht euch zurück, macht mal ein paar Jahre nur in Familie. Gebt Ihnen ihr Spielzeug, und zwar 100%!
    Spätestens nach 4 Jahren kommen sie heulend angelaufen, „Spielzeug ist putt!“ (heißt leider: Firma/Betrieb pleite!), Papi, mach‘ heile!“
    Warum wohl wird selten eine 50% oder mehr – um die jahrhunderte lange Benachteiligung auszugleichen (!) – Quote gefordert? Weil diese Anhängerinnen des Quotismus genau wissen, daß dann der Laden zu Bruch geht und sie dann auch dafür geradestehen müssen; nix mehr mit: „wir sind daran unschuldig, das waren die Männer. Wir hatten – waren ja weniger – ja garnicht die Möglichkeit dazu, und außerdem wäre es dann besser gelaufen!“
    Kommt mir etwas vor wie die nach 68 gelaufene Propagierung des „Softies“. Männer müssen weicher werden, Männer müssen weinen dürfen/müssen, Männer an die Stricknadeln, neue Männer braucht das Land etc. pp. (Wunderschön persifliert von Diether Krebs: „Ich bin der Martin, ne“, oder Reinhard Mey: „Annabell, ach Annabell“)
    Und, wer spricht heute noch vom Softie? Nicht mal mehr die Frauen!

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