Zur Plagiatssoftware auf Schulrechnern

Urheberrecht in deutschen Schulen
Suche nach den verbotenen Kopien

Am Dienstag werden die Lehrerverbände über eine Plagiatssoftware infor­miert, die Schulrechner durchforsten soll. Den Betroffenen ist die Dimension des Ganzen nicht bewusst.

[..]Am Dienstag wollen die Kultusminister und die Verlage die Lehrerverbände erst­mals gemeinsam über den Vertrag informieren. „Es gibt keinen Schultrojaner und also auch keinen Skandal“, sagte der Geschäftsführer des VDS Bildungsmedien, Andreas Baer, der taz. „Niemand, wir schon gar nicht, forsten irgendwelche Schul­rechner durch.“

Der Vertrag erlaubt dem früheren „Verband der Schulbuchverlage“, eine Plagiatssoft­ware zu programmieren, „mit welcher digitale Kopien … auf Speichersystemen [von Schulen, die Red.] identifiziert werden können“. Die Kultusminister sollen dann dafür sorgen, dass mit der Software ein Prozent der öffentlichen Schulen auf verbotene digitale Kopien überprüft wird.[..] TAZ

Außerdem meine ich mich noch zu erinnern, das die Direktoren der Schule laut Vertrag dienstrechtliche Schritte gegen die entsprechenden Lehrer einleiten müssen. Wo soll das noch hinführen?

Es ist nicht geklärt, wie die Kontrollsoftware kontrolliert wird
Lizenz zum Ausspähen
Kommentar von Christian Füller

Kürzlich empörten sich Piraten und Justizministerin über den Schultrojaner. Das ist eine Kontrollsoftware, die Schulcomputer auf verbotene Kopien von Lehrwerken durchforstet. Leider ist die Öffentlichkeit kaum auf die Debatte angesprungen. Das sollte sie nachholen.

[..]Nur lösen die Kultusminister das Problem ihrerseits ziemlich schlicht, genauer: mit bürgerrechtsfeindlicher Chuzpe: Sie überlassen es einem privatwirtschaftlichen Kartell, die Kontrollsoftware zu programmieren. Aber wer, bitte schön, soll kontrol­lieren, was die Kontrollsoftware alles „kontrolliert“?[..] TAZ

Bildungslobbyist über Schultrojaner
„Lehrer sind wütend und enttäuscht“

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Vereins Bildung und Erziehung, über Pla­giatssoftware für Schulen und Lehrer, die unter Generalverdacht stehen sollen.[..]

Wie geht es den Lehrern mit der Kontrollsoftware?
Sie sind erbost. Sie sind wütend und enttäuscht, dass in den Schulen Methoden eingesetzt werden sollen, die sie durchleuchten und ihnen die Arbeit erschweren. Von Lehrern wird – seit Pisa umso mehr – erwartet, ihren Schülern einen span­nen­den und fördernden Unterricht mit vielen verschiedenen Methoden und Aufgaben zu bieten. Sie sind bestrebt, die Urheberrechte zu respektieren – und merken, dass sie dennoch unter Generalverdacht gestellt werden. Dagegen verwahren sich die Lehrer, und wir tun das auch.[..] TAZ

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