PISA-Studie bestätigt eklatante Vernachlässigung von Jungen

pisa-studie-schule-jungen-maedchenHoffentlich nimmt der Beirat Jungenpolitik diese Pisa Ergebnisse zur Kenntnis und entwirft Strategien zur künftigen Vermeidung.

Pressemeldung von MANNdat e.V. Hier

Jungenverliererpolitik

Schon im Jahr 2000 hat die erste PISA- Studie Jungenleseförderung als wich­tige bildungs­poli­tische Herausforderung ange­mahnt. In der neuen PISA-Studie 2009 sind die Nachteile von Jungen im Lesen gegenüber den Mädchen nun sogar noch größer wie vor neun Jah­ren. Die Differenz ver­grö­ßerte sich von 35 Punkten auf 40 Punkte, d.h. etwa ein ganzes Schuljahr Rück­stand.

Die Bil­dungspolitik hat also in den letzten neun Jahren nichts Effektives ge­tan, um die eklatanten Nachteile von Jungen im Lesen zu beseitigen. Der An­teil der Jungen, die auf höchstem Leistungs­niveau lesen können, sank sogar von 2000 zu 2009 um fast die Hälfte von 7% auf 4%. Der Anteil der Mäd­chen blieb dabei auf 11%. Nur noch 13% der Mäd­chen gehören zu den Risiko­schü­lern und damit 6% weniger als 2000. Bei den Jungen sank der Anteil der Risi­ko­schüler lediglich um 3% auf 24%.

„Diese Ergebnisse sind für uns ein klarer Beleg dafür, dass die Bildungspolitik keinerlei Willen zeigt, die Nachteile von Jungen beseitigen zu wollen. Die Poli­tik der Chancengleichheit endet exakt dort, wo die Nachteile von Jungen begin­nen. Die deutlichen Nachteile von Jungen zum jetzigen Zeitpunkt hätten ver­mie­den werden können, wenn die Bildungspolitik ab 2000 diese Nachteile hätte wirklich abbauen wollen“, so Dr. Bruno Köhler, Leiter des Projektes „Jungenleseliste“ des Vereins MANNdat.

Lesen ist eine wichtige Grundkompetenz und die Basis für gute Schul­leis­tungen auch in anderen Fächern. Die Verbesserung der Lesemotivation ist eine der wichtigsten Ansatzpunkte für die Jungenleseförderung. „Es kommt weniger darauf an, was wir wollen, das Jungen lesen sollen, sondern das, was Jungen selber lesen wollen“, weiß Dr. Köhler.

jungen-schueler-gymnasienDurch die verstärkte Berücksichtigung jungentypischer Leseinteressen, wie z.B. Zeitschriften, Zeitungen, Sachbücher, Comics oder Geschichten mit positiven männlichen Protagonisten ist eine Verbesserung der Lesemotivation möglich. Auf www.manndat.de führt der Verein MANNdat unter http://manndat.de/jungen/die-jungenleseliste.html eine Jungenleseliste, in der Bücher für Jungen aufgelistet sind.

WikiMANNia: Bildungsmisserfolg der JungenGleichberechtigung
WikiMANNia: Kristina SchröderMännerbenachteiligung

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