Patriarchen werden verehrt wie Halbgötter

Einen Alltagssexismus wie in Deutschland, der sich hier ungestört ausbreiten könne, existiere in Schwe­den nicht. Aber die wenigen Männer, die eine patriar­chale Männlichkeit für sich in Anspruch nähmen, würden verehrt wie Halbgötter. Das schreibt ein schwedischer Autor beim Freitag.

Angefangen habe alles mit einer Studie, die belege, dass Frauen immer noch mehr Hausarbeit machen würden als Männer. Eine Journalistin schrieb dazu, dass es wegen dieser Nachweise noch lange keine Gleichberechtigung in Schweden geben würde. Männer würden zwar Hausarbeit, aber keine Verantwortung übernehmen. Dieser Artikel habe eine Empörungswelle ausgelöst und das Wort „Männer-Hass“ machte die Runde. Danach waren Antifeministen wohl gefragte Talk-Show Teilnehmer, die die unverhoffte Öffentlichkeit dazu genutzt hätten, Öl ins Feuer zu gießen.

Auf Grund dieser Tatsachen schrieb sich ein Mann wohl seinen Frust von der Seele und es entstanden sechs Bücher. Diese avancierten zu den Bestsellern der letzten 10 Jahre in Schweden. Dass diese Bücher bei den Feministen nicht gut ankamen, kann sich wohl jeder vorstellen.

Im übrigen gäbe es in der Wissenschaft einen Begriff, bei denen sich alles um Männer drehen würde: Homosozialität.

Eigentlich finde ich den Freitag-Artikel nebst seinen Kommentaren eher amüsant, wenn die Auswirkungen in der Gesellschaft letztendlich nicht so traurig wären. Sollte jedoch rot/grün oder schwarz/rot die Regierung ab September stellen, wird es mit Sicherheit in Deutschland noch wesentlich schlimmer werden. Auch Arne Hoffmann hat zum Freitag-Artikel einen Beitrag geschrieben.

Wie groß die Angst vor jenen Menschen ist, die den (Radikal-)Feminismus ablehnen, hat erst jüngst der amerikansiche Blog Spearhead heraus gefunden. Demnach soll feministische Kritik in skandinavischen Ländern verboten werden. Darüber haben Hadmud Danisch und Michael Klein bereits ausführlich berichtet. Das Forum Trennungsfaq hat ebenfalls einiges zusammen getragen.

Auch in anderen Blogs und Foren scheint man die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und es finden sich hilfreiche Übersetzungen aus dem skandinavischen Pamphlet, deren Urheber entfernt an das „Bundesforum Männer erinnert“. Hier mal ein Auszug:

  • Antifeministischen Bedrohungen und Belästigungen müssen verboten werden
  • Niedrigschwelle Angebote für die Berichterstattung darüber müssen eingerichtet werden
  • Eine jährliche nationale Erhebung über Anti-Feminismus muss durchgeführt werden
  • Die Forschung über Anti Feminismus muss priorisiert werden
  • Gleichberechtigung und Anti-Diskriminierung erfordert die Änderung maskulinistischer Standards
  • Anti-Feminismus-Bekämpfung muss Tätigkeitsbereich aller offiziellen Institutionen werden
  • Die Presse muss Verantwortung übernehmen und gegen den Antifeminismus vorgehen
  • Die Zusammenarbeit zwischen Ländern und Gruppen gegen Antifeminismus muss erweitert werden
  • Eine interdisziplinäre und nordische Konferenz gegen anti-feministische Ansätze muss umgesetzt werden

Eine kleine Anekdote am Rande: Birgit Schrowange, ihres Zeichens vom Sexismus belästigte Vorzeigefrau, hat vor vielen Jahren selber einen behinderten Menschen derart – fast könnte man sagen – rassistisch dargestellt, dass sogar der Spiegel darüber berichtet hat.

Hier ein paar Zitate von Birgit S. bei RTL anlässlich einer Anmoderation bei RTL vor knapp 13 Jahren:

  • „.. hoffnungslos hässliche Menschen ..“
  • „.. menschliche Naturkatastrophen ..“
  • „.. Es gibt Menschen, die sind so hässlich, dass sie froh sein können, sich selber nie auf der Straße zu begegnen. ..“
  • “ .. der wohl zu den beeindruckendsten Beispielen menschlicher Naturkatastrophen unter den Schönheitsidealen zählt ..“

An sich könnte man das ja ruhen lassen, aber durch den Umstand, dass Birgit Schrowange vom vor Jahrzehnten stattgefundenen Sexismus gegen sie bei Maischberger berichtet hatte, darf es wohl erlaubt sein, auch ihre Fehler kundzutun. Natürlich hat sich die „Gute“ entschuldigt, aber die Schuld lag natürlich nicht bei ihr, wie der Spiegel ebenfalls berichtete. Als Rechtfertigung führte sie Zeitgründe an. Selbstverständlich habe sie nie die Absicht gehabt, Behinderte zu diffamieren, sie habe sich einfach nur missverständlich geäußert. Aus Zeitgründen habe nicht sie selbst, sondern eine Redakteurin den Beitrag geschrieben, der erst kurz vor der Sendung eingereicht worden wäre. Wie hohl muss man eigentlich sein, um so etwas von sich zu geben?

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4 Kommentare.

  1. Michael Baleanu

    Kaum schreibt man vom Teufel, schon kommt er dahergeritten: http://www.fes.de/sets/s_ver.htm

    Titel der Veranstaltung: 168562 Der Antifeminist: (noch) eine kleine Minderheit?
    Beschreibung: Veränderungen im Geschlechterverhältnis gehen den einen viel zu langsam voran und anderen längst zu weit. Diverse Gruppen sehen Männer als benachteiligt an und argumentieren radikal antiemanzipatorisch. Ein Info-Abend zu Denkweisen, Netzwerken und Internetaktionen der Männerrechtsbewegung.
    Ansprechpartn.: Stephanie Böhm
    Termin: Donnerstag, 02.05.13
    Uhrzeit: 19:00 bis 21:30 Uhr
    Ort: Würzburg
    Kontaktanschrift
    Akademie Frankenwarte
    Gesellschaft für Politische Bildung e.V.
    Postfach 5580
    97005 Würzburg
    Leutfresserweg 81-83
    97082 Würzburg

    Tel. 0931-80464-0, Fax 80464-44

    e-mail: info@frankenwarte.de
    e-Mail Stephanie.Boehm@frankenwarte.de
    Teilnahmegebühr 3,00 Euro

    Viel Spass bei der Info aus erster Hand. Sollte sich jemand für 3 EUR diese Hohlköpfe antun wollen.

  2. Christine, ich hoffe du hast schon die Koffer gepackt. I-ch bin ja nur Kerl aber Du als Geschlechtsverräterin …
    Ich hoffe, ich kann mir dann noch hinterher (wenn sich der Staub gelegt hat) dieses geheuchelte : „Davon haben nichts gewußt“, oder „wir konnten doch nichts dagegen tun“ anhören. Und vor allem die Reaktion darauf ansehen

    • Andreas, meine Koffer sind immer gepackt 😉

      Menschen, die anpacken statt dumm daher zu labern, wurden auf eine gewisse Art und Weise schon immer verehrt. Neider hatten die allerdings auch und so war es schon immer ein Kampf, seine Pfründe zu verteidigen.

      Die Aussagen „Davon haben wir nichts gewusst“ oder „Wir konnten nichts dagegen tun“ wird es auch in Zukunft geben. Genauso wie heute viele Menschen ob dieser Politik(er) müde sind, so wird es auch früher gewesen sein. Einige haben gekämpft und anderen war es einfach zu viel. Wobei es da schon einen Unterschied zu früher gibt: Früher mussten die Menschen noch um ihr täglich Brot kämpfen und heute? Ausreden für ihr Verhalten werden Menschen immer haben.

  3. Der unverhohlen anzügliche Ton gegenüber Kellnerinnen. Die Selbstverständlichkeit, mit der Männer im Flugzeug oder im Kino beide Armlehnen für sich beanspruchen. Der breitbeinige, selbstverliebte Welterklärungsfimmel, sowohl in der schenkelklopfenden Stammtisch-Form als auch in der intellektuellen Variante à la Frank Schirrmacher. Das Festhalten an der Vorstellung, Männer stünden für das Aktive, Frauen für das Passive. Die Tatsache, dass Frauen als Expertinnen meistens nur zu „Frauenthemen“ ernst genommen werden, Männer aber zu allem etwas zu sagen haben.

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