Mehr Ehrlichkeit im internationalen Menschenrechtsdiskurs

nooke-guenther-diplomphysiker-cdu-csu1Aus Anlass des Welttags der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung am 21. Mai erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Günter Nooke, heute (20.05.):

„Kulturelle Vielfalt macht unsere Welt reicher und unser Zusammenleben interessanter. Ich sehe allerdings mit großer Sorge, dass das Konzept der Kulturellen Vielfalt im internationalen Menschenrechtsdiskurs instrumentalisiert wird, um die universal geltenden Menschenrechte zu relativieren.

Wer das verhindern will, darf nicht alles, was sich Deutsche oder Europäer für wünschenswert halten zu einem Menschenrecht erklären. Wir sollten uns deshalb auf Mindeststandards und elementare Menschenrechte beschränken. Sie lassen Raum für eine Vielfalt unterschiedlicher Lebensformen. Nur was auch universal gelten kann und soll, ist ein Menschenrecht.“ [hier]

Da diese Meldung aus dem Auswärtigen Amt gekommen ist, schauen wir tatsächlich ins Ausland und stellen fest, das gerade unsere herzallerliebste Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt. Ich kenne keinen einzigen Bericht ihres Amtes, in dem von Folter, grauenhaftes entfernen diverser Gliedmaßen, Vergewaltung bis hin zum Mord an Männern hingewiesen wird. Herr Nooke sollte daher als allererstes bei seinen Kollegen vorstellig werden, um „mehr Ehrlichkeit im internationalen Menschenrechtsdiskurs“ herstellen zu können. Und was ist mit den Amerikanern und Guantánamo? Dazu habe ich einen kürzlich erschienenen Bericht gefunden, den ich unten als Link einstellen werde.

Link
Folter in Guantánamo – Die Ärzte assistierten den Ermittlern

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1 Kommentare.

  1. „Geschlechtliche Vielfalt macht unsere Wirtschaft reicher und unser Zusammenleben interessanter.

    Man darf nicht alles, was sich Männer für wünschenswert halten zu einer Mindestanforderung erklären. Wir sollten uns deshalb auf Mindestanforderungen und elementare Qualifikationen beschränken. Sie lassen Raum für eine Vielfalt unterschiedlicher Interessen.“

    Freilich, jeder Vergleich hinkt und dieser ganz besonders. Wer hier Parallelen entdeckt, mag diese aber möglicherweise in der Art und Weise der Argumentation finden, denn die ist so unähnlich nicht. Politikergeschwätz: Wenn sich Werte nicht überall verkaufen lassen, müsse man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Konsens um jeden Preis.

    Quelle: Mein Gehirn.

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