MANNdat im Gespräch auf WDR 2 »Komplettes Interview«

Nachtrag
Seit heute 05.03.2009 habe ich die komplette Version vorliegen und habe diese nachträglich eingefügt.

Änderung
Am 01.03.2009 hatte ich
[hier] den zweiten Teil des Interviews u.a. mit Dr. Eugen Maus von MANNdat eingestellt. Nun habe ich das komplette Interview verfügbar und möchte dieses hier publizieren.

MANNdat im WRD2 (Komplette Version 14,5 MB)

Auch dieses mal wurde Werbung, Nachrichten und Unterbrechungen aus aktuellen Anlässen heraus geschnitten. Wie immer sind die Kommentare der Hörer am interessantesten und manchmal beschleicht mich das Gefühl, das doch mehr Menschen über die sog. Gleichberechtigung Bescheid wissen, als viele annehmen.

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2 Kommentare.

  1. .. So. Ich habe mir diese Sendung angetan. Eine ganze Stunde lang. Und ich bin mir sicher, daß diese Sendung für Eugen eine ähnliche Zumutung gewesen sein muß. Aber er hat sich „geopfert“ für das, was er für richtig hält. Dafür hat er auf jeden Fall meinen Respekt. Ich habe mir da ein paar Dinge notiert, auf die ich eingehen möchte.

    Zu den Mitwirkenden: Es handelte sich um einen Moderator, der – wie üblich – von Zeitnot getrieben war. Und von dem Willen (oder dem Auftrag?), so viele „Meinungen“ wie nur möglich in der Sendezeit unterzubringen. – Radiokrankheit. Außer ihm war da noch Eugen, den man, das war zu merken, nicht wirklich zu Potte kommen ließ – der Kürze der Sendezeit wegen. Ansonsten waren trotz Radiokrankheit natürlich noch die üblichen Weibsen zu hören, – mit der üblichen, sattsam bekannten Leier. Gelegenheit, ihre Positionen und Behauptungen zu pulverisieren, hatte Eugen nicht wirklich, da er dazu zu wenig Redezeit hatte. ChrisTine hat Recht: Die Höreranrufe waren noch am aufschlußreichsten (Eugens Standpunkte bzw. die von MANNdat sind hier ja bestens bekannt, waren also für mich nicht neu. Einige Hörer mögen deswegen anders aufgemerkt haben als ich.)

    1. Thema weibliches Ehrenamt (Frauen sind da in der Überzahl): Eugen (?) hat dazu schon was Gutes geschrieben, – leider hat er´s nicht anbringen können: Ehrenämter haben die Eigenschaft, daß man dann, wenn einem die Verantwortung zu viel wird, sie einfach wieder aufgeben kann – und dennoch behaupten kann, man hätte sich aufgeopfert. Passt wunderbar in die weibliche Strategie der Verantwortungsvermeidung (vgl. Kricheldorf). („Ich habe meine Karriere für Deine Kinder geopfert“ etc.pp.) Ehrenämter sind IDEAL für Frauen!

    2. Thema Wehrpflicht: Die übliche, völlig schwachsinnige Gegenüberstellung von weibl. Gebärfähigkeit und männl. Wehr/Zivildienst. Hier wurde leider die Chance vertan, auf das Fehlen einer gesetzlichen Gebärpflicht hinzuweisen, was andernfalls die Schwachsinnigkeit dieser Argumentation schön verdeutlicht hätte. Auch, daß noch keiner seine Wehrpflicht abgetrieben hat, wäre ein nettes Bonmot gewesen. Aber das will ich Eugen keinesfalls vorwerfen. LIVE im Studio zu sitzen, ist was anderes, als zu Hause ruhig am Computer zu sitzen und sich seinen Text zu überlegen. Schade aber um die vertane Chance, trotzdem.

    3. Thema Sprache: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, welcher Überlegung der Umstand geschuldet ist, daß Eugen von „*Substantiv* -ern/-Innen“ gesprochen hat. Ich weiß, daß er das sonst eigentlich nicht tut. Vielleicht muß man bei den Öffentlich-Rechtlichen inzwischen was unterschreiben, bevor man was sagen darf??

    4. Thema Erziehungszeit/Elternzeit: Nicht zur Sprache kam, daß Männer, die sich darauf eingelassen haben, später wesentlich häufiger zu Scheidungsopfern geworden sind, als der klassische Alleinverdiener. Frauen mögen zwar Männer wollen, die Windeln waschen. Aber sie mögen solche Männer nicht. Sehr gut war, daß Eugen Gelegenheit hatte, die Frage anzureißen, wessen Kinder im Scheidungsfall denn die Kinder seien, um die er sich so hingebungsvoll gekümmert hat (und die ihm einst „geschenkt“ worden waren). Die Antwort der entsprechenden Tusse, daß wir ein gemeinsames Sorgerecht hätten, war natürlich lächerlich. Wie die Praxis aussieht, wenn´s hart auf hart kommt, blieb nämlich unerwähnt. Und daß der feminisierte Familienfuzzi dann erstrecht abstürzt, sowieso …

    5. Thema Gleichstellungsbeauftragte: Hier habe ich das Stichwort „positive Diskriminierung“ vermisst. Die Behauptung, es ginge lediglich darum, Nachteile für Frauen zu beseitigen, war eine dreiste Lüge. Kennt man: Niemand will eine Mauer bauen …

    6. Thema Alleinerziehende: Völlig versäumt wurde die Frage, warum es deren so viele gibt. Scheidungsreform von 1977 – Zerrüttungsprinzip – 75% aller Scheidungsanträge von Frauen gestellt – und alles, was daraus zu folgern gewesen wäre …

    … und-und-und.

    Es bleibt also festzustellen: MANNdat wird mehr und mehr wahrgenommen. Das ist in dem Rahmen, in dem die gesamte gesellschaftliche Gleichberechtigungsdiskussion abläuft, nur zu begrüssen. Allerdings ändert das nichts an meiner Überzeugung, daß der ganze Rahmen eine durch und durch linke Veranstaltung ist – und an sich grundverkehrt. Eine richtige kleine Diskussion innerhalb einer grösseren, grundsätzlich und wesenhaft falschen sozusagen.
    Wie Menschen sich ihr Privatleben einrichten, geht den Staat nämlich a priori überhaupt nichts an. Zumal Fragen der tatsächlichen, staatlich völlig unbeeinflußbaren, weil biologischen Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen nicht sinnvoll diskutiert werden können, wenn man sie danach nicht auch ändern will – was dann allerdings dazu führen würde, daß der Mensch vollständig gar zum Staatseigentum herabsinkt. Das Private ist eben nicht politisch – und der Mensch ist weit mehr privat, als daß er öffentlich ist.
    So gesehen bleibt alles beim Alten: Die gesamte Diskussion ist ein einziges Ärgernis. Sie passt allerdings in die Zeit. Leider.

    Heute mal gründlich – Max

  2. zum ehrenamt:
    es ist nicht so, dass frauen da engagierter wären! http://www.frauen-aktiv.de/aktiv/11/seite3.php
    allerdings sollten wir uns in den diskussionen freier machen von den notwendigerweise mehr oder weniger unvollständigen kategorisierungen empirischer studien (wie eben bei der fassung von nichterwerbstätigkeit und deren gründen). es gibt auch eine ganz interessante tiefergehende analyse (Besonderheiten der Zeitverwendung von Frauen und Männern – von 2 frauen glaub ich) im zuge der zeitverwendungsstudien des statistischen bundesamtes (u.a. widerlegung des mythos der alleinigen weiblichen „doppelbelastung“ und faulheit von männern im haushalt), in der grob herausgearbeitet wird, dass die traditionell geschlechtlich gefassten sphären sorgen (weiblich) und dafür notwendige aussenstruktur (männlich) auch in aktuellem ehrenamtlichen engagement sich niederschlagen .

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