Leichter Rückgang der Geburtenziffer 2011

Pressemitteilung Nr. 329 vom 20.09.2012

WIESBADEN – Die zusammengefasste Geburtenziffer des Jahres 2011 betrug in Deutschland 1,36 Kinder je Frau. Damit lag sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) niedriger als im Vorjahr (1,39) und etwa auf dem Niveau von 2009. Die durchschnittliche Zahl der Geburten ging 2011 bei jüngeren Frauen zurück, während sie bei den Frauen im Alter von Mitte 30 bis Mitte 40 zunahm.

In den neuen Ländern war die zusammengefasste Geburtenziffer mit 1,43 Kindern je Frau höher als im früheren Bundesgebiet (1,36). Während die Geburtenhäufigkeit in den neuen Ländern – nach einem Einbruch in den ersten Jahren nach der deutschen Vereinigung – seit Mitte der 1990er Jahre deutlich zugenommen hat, stagnierte sie im früheren Bundesgebiet auf niedrigem Niveau. Gegenüber 2010 nahm die Geburten­ziffer im Jahr 2011 allerdings in allen Bundesländern außer dem Saarland ab.

Die zusammengefasste Geburtenziffer wird zur Beschreibung des aktuellen Gebur­ten­verhaltens herangezogen. Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr.

Wie viele Kinder ein Frauenjahrgang im Durchschnitt geboren hat, kann erst festge­stellt werden, wenn die Frauen am Ende des gebärfahrigen Alters sind, das statis­tisch mit 49 Jahren angesetzt wird. Im Jahr 2011 erreichten die Frauen des Jahr­gangs 1962 das Alter von 49 Jahren. Sie brachten im Laufe ihres Lebens durch­schnittlich 1,61 Kinder zur Welt. Seit 1990 nahm diese sogenannte endgültige Kin­derzahl um 16 % ab: Die Frauen des Jahrgangs 1941 brachten noch 1,92 Kinder zur Welt.

Voraussichtlich wird die endgültige Kinderzahl je Frau in den nächsten Jahren weiter abnehmen. So haben beispielsweise die Frauen des Jahrgangs 1966 bis zum Alter von 45 Jahren 1,52 Kinder geboren. Ihre endgültige Kinderzahl im Alter von 49 Jahren wird voraussichtlich geringer ausfallen als die des Jahrgangs 1962. Destatis

Da die Politik anscheinend nach Erklärungen sucht, liefert Destatis diese gleich mit.

Von niedrigen Geburtenzahlen und fehlenden Müttern…

Warum werden in Deutschland immer weniger Kinder geboren? Und das obwohl der Staat das Elternsein mit vielen Maßnahmen, wie zuletzt der Einführung des Eltern­geldes oder dem Ausbau der Kindertagesbetreuung, erleichtert. Diese Frage treibt die Gemüter immer dann um, wenn das Statistische Bundesamt sinkende Gebur­ten­zahlen vorlegt. Sicherlich, günstigere Rahmenbedingungen wirken positiv auf die rein private Familienplanung. Sie sind aber nicht der einzige ausschlaggebende Faktor für die Geburtenzahlen. Eine Verkettung von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Einflüssen hat in Deutschland zu einem dauerhaft niedrigen Geburtenniveau und immer kleineren Geburtsjahrgängen geführt. Wie stark diese wirken, lässt sich allerdings nur schwer messen. Demografische Strukturen und ihre Veränderungen hingegen lassen sich zahlenmäßig gut abbilden. Kinder können nur dort geboren werden und aufwachsen, wo es auch eine entsprechende Anzahl von potenziellen Müttern gibt. Nimmt man die Gruppe der Frauen im gebärfähigen Alter in den Blick, wird deutlich: Die aktuellen Geburtenzahlen sind Folge des Geburtenrückgangs der vergangenen 50 Jahre.[..] Destatis

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