Nach Kindestod Razzia bei Stadtverwaltung

jugendamt-nein-danke1Soeben wurde in den WDR-Nachrichten ein Bericht ge­sen­det, dass die Bonner Staatsanwaltschaft bei einer Raz­zia zur Sicherung von Akten der Stadtverwaltung Kö­nigs­win­ter zeigte. Es geht um den Tod der kleinen Anna, die von Pflegeeltern „erzogen“ und mutmaßlich ermordet wur­de. In diesem Fall spielte mal wieder ein Jugendamt eine un­säg­li­che Rolle. Die Ansatzpunkte für eine Durch­su­chung hät­ten sich leider erst im Laufe der Ver­hand­lung ergeben, ar­gu­mentierte die Staatsanwaltschaft. WAZ

Ich frage mich allerdings, wieso werden immer und über­all die Jugendämter geschont? Arbeiten dort Mit­ar­bei­te­rin­nen, die unfehlbar sind oder sind Jugendämter grundsätzlich geschützt vor Durch­su­chun­gen?

Welt Online schreibt zum Fall Anna:

Richter will klären, welche Rolle das Jugendamt gespielt hat.

Im Prozess um die in der Badewanne getötete neunjährige Anna aus Bad Honnef soll nun die Rolle des zuständigen Jugendamtes Königswinter und der Verwaltung unter die Lupe genommen werden. Königswinters Bürgermeister Peter Wirtz, der bisherige Leiter des Jugendamtes, Klaus Plate sowie Holger Jung, zum Zeitpunkt von Annas Tod Rechtsamtsleiter, sollen im Prozess aussagen. Hier

Man kann sich anlässlich dieser Aussagen nur fragen, wieso Richter beim Sorge- und Umgangsrecht den Jugendämtern blind glauben? Leider wird diese Problematik in den Medien immer nur dann the­matisiert, wenn es bereits zu spät ist und mal wieder ein oder mehrere Kinder umgekommen sind.

Der Bürgermeister von Königswinter, Peter Wirtz (CDU), hatte ein­ge­räumt, dass die für den Fall Anna zuständige Sachgebietsleiterin Aktenteile vernichtet hatte, bevor diese an die Ermittlungsbehörden übergeben wurden.

Solange Jugendamtsmitarbeiter von ihrer Ver­ant­wortung freigesprochen werden, wird sich daran wohl nichts ändern. Nachdem durch das Bundeskinderschutzgesetz, welches mal wieder reformiert wer­den soll, die Kompetenzen dieser Ämter erweitert werden, müssen wir auch zu­künf­tig weitere Kindestötungen und -morde in Kauf neh­men, die in einigen Fällen mit Si­cherheit vermieden werden könnten.

Es fällt zunehmend auf, dass Jugendamtsmitarbeiter eher gefühlsmäßig han­deln, statt sich bei Problemfällen vor Ort umfassend zu informieren. Treffender weise titelt das Schweizer Nachrichtenblatt „20 Minuten Online“ im Missbrauchsfall Detlef S. aus Fluterchen:

Jugendamt fühlte sich «nicht willkommen»

Ortstermine im Haus der Familie in Fluterschen hätten sich meist schwierig gestaltet, sagte die derzeit für die Familie zuständige Sachbearbeiterin am Mittwoch vor dem Landgericht Koblenz. «Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich in seinem Haus willkommen war», fügte die Sozialarbeiterin hinzu.

[..]In der vergangenen Woche hatten die mutmasslichen Opfer schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt erhoben, das trotz etlicher Hinweise auf Missbrauch und Misshandlung nicht eingeschritten sei.

Ja ja, die Helferinnenindustrie – sobald diese anscheinend in schwierigen Fällen nicht willkommen sind, überlässt man Kinder lieber ihrem Schicksal 🙁

WikiMANNia: JugendamtKindeswohlHelferinnenindustrie

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