Kampf gegen Genitalverstümmelung

15580461Zur Premiere des Filmes „Wüstenblume“ gingen Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und die Uno-Sonderbotschafterin für Menschenrechte, Waris Dirie gemeinsam vor die Presse.

[..]Ganz in diesem Sinne haben Wieczorek-Zeul und Dirie weitere Schritte der Zusammenarbeit im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung beschlossen. „Die Probleme liegen häufig unterhalb der gesetzlichen Ebene“, so die Entwicklungsministerin. Trotz gesetzlicher Verbote halte sich die Praxis der Beschneidung von Frauen in den Dörfern selbst hartnäckig. Man müsse Initiativen ergreifen, um die Betroffenen selbst zu erreichen. Beispielsweise wollen die beiden Frauen nun nach Möglichkeiten suchen, den Film „Wüstenblume“ auch in afrikanischen Ländern zu zeigen [mehr]

Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul trifft Waris Dirie

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat am 9. September 2009 in Berlin Waris Dirie getroffen, deren Lebensgeschichte jetzt auch in dem neuen Film „Wüstenblume“ verfilmt wurde.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand das Engagement der beiden Frauen gegen die weibliche Genitalverstümmelung sowie der Austausch über Möglichkeiten der zukünftigen Kooperation zwischen dem Bundesentwicklungsministerium und der Waris Dirie Foundation. Die Ministerin betonte dabei die Bedeutung der Bildungschancen junger Frauen und Mädchen im Kampf gegen die Genitalverstümmelung [mehr]

Waris Dirie – diese Frau hat über Männer folgendes geschrieben:

„Vielleicht sollten die Frauen den Männern die Eier abschneiden, damit auf der Erde wieder ein Paradies entstehen kann. Die Männer würden ruhiger werden und sensibler mit ihrer Umwelt umgehen. Ohne diesen ständigen Ausstoß von Testosteron gäbe es keinen Krieg, kein Töten, kein Rauben, keine Vergewaltigungen.“
(Quelle: UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie: „Wüstenblume“, Seite 346 – Droemer Knaur (2001))

Um mit einem Wort von Frau Diries zu sprechen: Vielleicht sollten Männer sich weigern, mit ihrem schwer erarbeiteten Geld diesen Film zu unterstützen.

Erstaunt war ich allerdings darüber, dass das Entwicklungsministerium folgenden Absatz in ihrer Pressemitteilung einbrachte:

Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen der Beschneidung der äußeren weiblichen Genitalien. Der Eingriff wird häufig von traditionellen Hebammen vorgenommen.

Ich frage mich, was bedeutet häufig in diesem Zusammenhang? Der letzte Satz suggeriert m.E., dass Frauen Genitalverstümmelung nicht alleine ausüben. Mir ist nicht bekannt, dass es auch männliche Genitalverstümmler bei Frauenbeschneidung gibt. Sollte das doch der Fall sein, lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

In diesem Zusammenhang möchte ich dann noch auf Arne Hoffmanns Beitrag „Südafrika: Beschnittener Junge gezwungen, seine eigene Vorhaut zu essen“ hinweisen [hier]

In einem von Arne verlinkten Bericht heißt es, das sich Menschen der Gesundheitskommision männliche Opfer verpfuschter Beschneidungen anschauen wollten, es ihnen nach Begutachtung von 2 jungen Männer nicht mehr möglich war, sich weitere Opfer anzusehen. 53 tote Jungen (Stand: 15.08.2009) sind es anscheinend nicht wert, in einer Kampagne über Genitalverstümmelung erwähnt zu werden. Ach, ich vergaß… nur weibliche Genitalverstümmelung ist es wert, publiziert zu werden traurig-mit-einer-traene

Link
MANNdat Schreiben zum Gesetzentwurf Genitalverstümmelung
Genitalverstümmelung
Auflistung verschiedener Formen männlicher Genitalverstümmelungen

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4 Kommentare.

  1. Dazu kommt, dass Frau Dirie ja bereits in ihrem eigenen „Fachbereich“ erwiesene Lügnerin ist. Das Gedächtnis in solchen ist halt nur kurz

  2. Hallo Gast,

    hast Du dazu spezielle Links? Wenn Du diesbezüglich etwas einstellen könntest, wäre nicht nur mir damit gedient.

    Herzlicher Gruß – Christine

  3. Da noch ein interessanter Hinweis:

    Ein Genderama-Leser berichtete mir als Reaktion auf diesen Beitrag, Dirie selbst habe in ihrem Buch geschildert, dass sie ihr Großvater immer vor den Beschneiderinnen des Dorfes in Schutz genommen hatte und diese ihren Willen erst durchsetzen konnten, als dieser Mann außer Haus war. Woher vor diesem Hintergrund der Hass ausgerechnet gegen Männer entstünde, sei nicht nachvollziehbar.

    http://genderama.blogspot.com/2009/02/die-rache-der-beschneiderinnen.html

  4. Wenn es „weise Männer“ wären, die die Verstümmelung vornehmen, würden sie die ganze Härte der Gesetze zu spüren bekommen. Die Hilfsorganisationen würden nicht verständnisvoll das Gespräch suchen, sondern die Verstümmler hinter Gitter bringen.

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