Grausames Mutterlos: Männer, gebt Alles!

truemmerfrauen-zerstort-nachkriegszeit1ML Mona Lisa • Alltag einer Alleinerziehenden • Eine Familienreportage

Sie sind eine – fast – ganz normale Familie: Mutter Kerstin, 48 Jahre, Sohn Nikolai, 17 und Tochter Isabella, 14 Jahre. Der Vater fehlt, er hat sich vor neun Jahren von der Familie getrennt, im Frühjahr 2010 starb er. Den Unterhalt für seine Kinder hatte er selbst zu Lebzeiten nie gezahlt. Kerstin muss alles sein: Mutter, Vaterersatz, Lehrerin, Ernährerin. Allein erziehend eben. Sie selbst bleibt da oft auf der Strecke.

[..]Sie versucht das Niveau zu halten, aber die Angst abzustürzen schwingt immer mit. Wie ein Akrobat balanciert sie ständig am Rande des Abgrunds [mehr]

Solche Greuel treiben einem Tränen in die Augen. Lächerliche 2.050,- EUR Einkommen für eine dreiköpfige „Einelternfamilie“ stehen stellvertretend für die Armut in diesem Lande. Und davon muss auch noch ein Auto gehalten werden. Es ist einfach erschütternd, solche Fälle zu lesen. Die Mutter zweier Kinder (14 + 17 Jahre), selbstverständlich alleinerziehend, kann nicht voll arbeiten – kleine Kinder brauchen eben noch ihre Mami. Es ist so unmenschlich, dass ein Kerstin-Spendenkonto eingerichtet werden sollte. Auch auf den Mindestbehalt gepfändete Väter werden sicherlich angesichts solcher Grausamkeiten gerne ein paar Euro geben von ihren 770 € zum (Über-)Leben. Aktion „Kerstin – Papis geben ihr letztes Hemd“ ist damit hoffentlich ins Leben gerufen?

Als ich das Video gesehen hatte, da dachte ich, die wollen uns verarschen, anders kann man das nicht mehr ausdrücken. Wenn es wenigstens noch Kleinkinder gewesen wären, hätte ich das Ganze noch einigermaßen nachvollziehen können. Da halte ich es dann doch lieber mit Hendyk M. Broder, der meinte „Adoptiert alleinerziehende Mütter!“

[..]Noch nerviger als Tierschützer sind freilich allein erziehende Mütter.

[..]Galt früher einmal der Grundsatz, dass man Menschen helfen muss, die unverschuldet in Not geraten sind, so lassen es die Menschen heute bewusst darauf ankommen, dass ihnen geholfen wird, wenn sie in ein selbst gewähltes Elend geraten. Es kann doch etwas nicht stimmen, wenn einerseits die Sozialleistungen konstant zunehmen und gleichzeitig alle drei Monate ein „Armutsbericht“ erscheint, in dem die alarmierende Zunahme von Armut beschrieben wird, vor allem der Kinderarmut. Es ist, als würde der Einsatz von immer mehr Dünger zu immer schlechteren Ernteergebnissen führen.

Und an dieser Stelle wären die Tierrechtler gefordert. Vergesst Kaikos Verwandte und die Eisbären! Überlasst die Kröten und die Fledermäuse ihrem Schicksal! Hört auf, mit Walfängern Katz und Maus zu spielen! Verkauft eure Hightech-Spielzeuge! Kümmert euch lieber um die allein erziehenden Mütter. Adoptiert sie! Heiratet sie! Tut was, damit sie daheim bleiben und sich um ihre Kinder kümmern können, statt im Fernsehen darüber klagen zu müssen, dass ihnen niemand hilft.

Inspiriert von den Blogeinträgen auf Mona Lisa zum Thema habe ich dann auch ein Bild von Trümmerfrauen gewählt. Ob diese das oben genannte „Elend“ verstehen könn(t)en?

Henryk M. Broder: Adoptiert alleinerziehende Mütter!
ZDF-Mediathek: Alltag einer Alleinerziehenden
Spiegel.de:  Vorsicht, da rollt’ne Kampfmutter an
taz: Selbstmitleid im Szenecafé

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