Sind Grüne genitalverstümmelt?

maennliche-beschneidung-in-der-antike1Ich wundere mich kurioserweise immer wieder, wie dreist Politiker lügen können. Nein, es geht nicht um Freiherr zu Guttenberg, es geht um die alltäglichen Lügen unserer Politiker, die anscheinend kaum je­man­den interessieren, sobald es um Mädchen oder Frauen geht.

Da begründen die Grünen ihren Gesetzesentwurf zur strafbewehrten Ahndung weib­licher Genital­ver­stüm­me­lung tatsächlich damit, das auch Religionen oder Tradi­tio­nen keine Legitimation für Beschneidungen sein dürfen. Das ist im Prinzip richtig und be­für­wor­te ich sogar. Wie kann es aber angehen, das dieses für Jungen nicht gelten soll mit dem Hinweis, das dieses Ritual „seit Jahrtausenden eingeübt“ sei?

hib-Meldung • 2011_02/2011_083/01

Grüne wollen Genitalverstümmelung als schwere Körperverletzung ahnden
Recht/Gesetzentwurf – 28.02.2011

Berlin: (hib/BOB/MPI) Genitalverstümmelung soll nach dem Willen der Fraktion Bün­dnis 90/Die Grünen ausdrücklich als schwere Körperverletzung im Strafgesetz­buch geregelt werden. Damit würde die Höchststrafe 15 Jahre betragen, wenn die Tat ab­sichtlich oder zumindest wissentlich herbeigeführt wird, heißt es in einem Gesetz­ent­wurf der Fraktion (17/4759). Nach Schätzung der Frauenrechtsorganisation ”Terre des Femmes“ würden rund 18.000 von Genitalverstümmelung betroffene und rund 5.000 gefährdete Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland leben.

Maßnahmen zur Eindämmung der Gefahr von Genitalverstümmelung seien ver­fas­sungs­recht­lich angezeigt, betonen die Grünen. Großen Teilen der Öffentlichkeit fehle allerdings das Bewusstsein für die Strafbarkeit solcher Taten. Bei der Genital­ver­stüm­me­lung handele es sich zumeist um Eingriffe an den weiblichen Genitalien, die an Mädchen zwischen dem siebten Lebenstag und dem 18. Lebensjahr vorgenommen würden. Dabei würden wesentliche Teile der Sexualorgane beschädigt, in der Regel sogar entfernt. Der Eingriff sei weder mit Religionen noch mit Tradition zu legi­mi­tie­ren, schreiben die Abgeordneten. Bundestag

Zum Thema männliche Genitalverstümmelung hat Faz.net vor kurzem einen Artikel heraus gebracht, der deutlich zur Beschneidung von Jungen Stellung bezieht.

Beschneidung – Blutiger Schnitt

Jahr für Jahr werden in Deutschland jüdische und muslimische Knaben dem Ritual der Beschneidung unterzogen. Es ist eine weithin akzeptierte religiöse Praxis. Dass es auch ein Akt der Gewalt gegen Kinder ist, wird dabei ausgeblendet. FAZ

Es ist doch immer wieder komisch, wie verschieden Politiker der gleichen Partei reagieren, wenn es um das Geschlecht geht.

Jerzy Montag hält von solchen Abwägungen nichts. Der rechtspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen empfindet es als absurd, dass dieses Thema überhaupt Beachtung findet. Die Beschneidung sei „seit Jahrtausenden eingeübt“, werde „nicht ernsthaft hinterfragt“ und es geschehe „niemandem ein Unrecht“. Deswegen gebe es „also überhaupt keine Notwendigkeit“, gesetzliche Regelungen zu finden. Noch nie habe sich ein beschnittener Mann an ihn gewendet, weil ihm Unrecht widerfahren sei.

Das gerade ein grüner Politiker die Begründung zum spezifischen Gesetz für weibliche Genitalverstümmelung bei Jungs nicht gelten lassen will, schlägt dem Fass den Boden aus.

Auch Politiker von CDU/CSU sehen das ganze nicht so gravierend. Folgender Abschnitt steht ebenfalls in der FAZ:

Pascal Kober ist Menschenrechtsexperte der FDP. Als Politiker, sagt er, müsse er abwägen zwischen dem Recht auf Religionsfreiheit und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit. Der Staat gibt der Religionsfreiheit den Vorrang und nimmt sich in seiner Schutzfunktion zurück. Die Folgen der Beschneidung seien als „nicht so gravierend“ anzusehen.

Ein Kinderarzt sieht das hingegen ganz anders und sagt dazu dem FAZ-Journalisten Richard Wagner im verlinkten Beitrag:

Felix Schier, den Leiter der Kinderchirurgie an der Uniklinik in Mainz, machen solche archaischen Rituale wütend. Eingriffe ohne medizinischen Grund und dann auch noch bei nicht einwilligungsfähigen „Patienten“ seien unethisch und kein ärztliches Handeln. Die Vorhaut hält er für „ein weltanschauliches Organ“ und empört sich über die Duldsamkeit gegenüber Gepflogenheiten anderer Kulturen und Religionen auf Kosten der Kinder.

Leon Woczelka von WebJungs hat dazu ebenfalls einen sehr treffenden Kommentar geschrieben. WebJungs

WikiMANNia: GenitalverstümmelungMisandrie

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2 Kommentare.

  1. Bigottes, grünes Zwi-Denk!

  2. Das Übel ist die unterschiedliche Wahrnehmung der Genitalverstümmelung. Man stellt bei Mädchen das Recht auf körperliche Unversehrtheit über religiös motivierte Rechte, während man bei Knaben genau umgekehrt argumentiert.

    Dabei ist die Bescheidung absolut unnötig, weil man die Eichel auch ohne diese Tortur dauerhaft freilegen kann. Man braucht dazu nur einen qualifizierten Kinderarzt, der die Vorhaut im Vorschulalter zurückzieht.

    Jeder Vater kann das seinem Sohne. Den Rest besorgt die Natur.

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