Weitere Genderstudie zu Jungen und Mädchen

Axel Dammler vom Forschungsinstitutes iconkids & youth hat ebenfalls eine Genderstudie erstellt, die er unter dem Titel „Rosa Ritter & Schwarze Prinzessin­nen“ veröffentlicht hat. 700 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren wurden befragt und heraus kam, dass Jun­gen/Männer und Mädchen/Frauen leider nicht zukunfts­fähig wären. Jungen würde heutzutage die notwendige Fähigkeit zur Kooperation fehlen und den Mädchen dagegen eine gesunde Egozentrik und die Bereitschaft zur Individualität.

Wenn Jungen in heutigen Zeiten die Kooperation angeblich fehlt, sollte man sich doch als erstes fragen, woher das kommt. In früheren Jahren (Jahrhunderten) muss diese ja vorhanden gewesen sein, sonst hätte es keinen Fortschritt gegeben. Um zu verstehen, was Axel Dammler unter Kooperation versteht, müsste man allerdings das Buch lesen, aber dafür gebe ich kein Geld aus. Die nächste Frage lautet aus meiner Sicht daher: ist Kooperation das Allheilmittel der Gegenwart? Das Wort Kooperation = Zusammenarbeit sagt ja bereits aus, was es bedeutet. Dieses setzt allerdings den Willen auf beiden bzw. allen Seiten voraus, sonst kann diese nicht funktionieren. Ob Kooperation allerdings eine Stärke der Frauen ist, wage ich zu bezweifeln.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen Mann, der gegen Ende der Schwangerschaft seiner Ex-Frau nichts mehr von ihr erfuhr. So wurde er Vater, ohne dass ihm jemand Bescheid gab. Nachdem er erfahren hatte, in welchem Kranken­haus seine Ex- und das Baby verweilten, fuhr er dorthin und wollte zumindest sein Baby sehen. Das Personal verweigerte ihm dieses auf Anweisung seiner Ex-Frau. Er klagte erfolgreich vor Gericht und hatte dabei das Glück, auf einen verständnisvollen Richter zu stoßen. Dieser machte der Ex- mit deutlichen Worten klar, das sie das Sorgerecht verlieren würde, wenn sie dem Vater weiterhin das gemeinsame Kind vorenthalten würde. Danach funktionierte die „Zusammenarbeit“ mehr schlecht als recht, aber zumindest konnte der Vater sein Kind regelmäßig sehen.

Kooperation bedeutet auch, Aufgabe des Egoismus, zumindest eines Teils davon. Egoismus ist zwar prinzipiell nicht schlecht, aber wenn jeder auf seinen Teil beharrt, kann eine Zusammenarbeit nicht gedeihen. Dieses trifft auf den Feminismus zu, denn dieser wäre niemals so „erfolgreich“ ohne die Männer gewesen. Wären Männer kooperationsunwillig gewesen, gäbe es keine frauenspezifischen Gesetze. Gerade im Unterhaltsrecht erkennt man sehr gut, dass männliche Politiker ihren Egoismus total ausgeblendet haben, leider zum Schaden vieler Kinder.

Kooperationsverweigerung kann aber auch gesund sein. Ich erinnere deshalb an den Bericht einer Lehrerin über Rollenspiele. Bezeichnenderweise heißt der Titel dazu „Der Perlonstrumpf an einem Jungenbein bringt Schwung in die Koedukation“. Damit wären wir dann bei der von Axel Dammler beschriebenen fehlenden Egozentrik der Mädchen. Wäre diese nicht so ausprägend vorhanden, wäre der Feminismus nicht so weit gekommen.

Nun aber zurück zur Genderstudie, die Amazon-Produktbeschreibung gibt folgendes dazu preis:

Rosa Ritter & Schwarze Prinzessinnen
Was wirklich „typisch männlich“ und „typisch weiblich“ ist

„Eigentlich sind weder Jungen/Männer noch Mädchen/Frauen mit ihren spezifischen Grundbedürfnissen wirklich zukunftsfähig: Den Jungs fehlt die Fähigkeit zur Kooperation, den Mädchen die notwendige Egozentrik. Zukunftsfähigkeit heißt heute, die Balance zu finden zwischen Wettbe­werbs­fähigkeit, einem gesunden Egoismus und Mut zur Individualität einerseits sowie der Fähigkeit zur Integration und Kooperation anderer­seits. Nur wenn beide Seiten gestärkt werden, sind unsere Kinder vorbe­reitet für die Herausforderungen einer globalen Welt.“ Amazon

Es geht noch weiter. Viele Grundbedürfnisse würden nicht richtig angesprochen. Um der Geschlechterfalle zu entkommen, müssten Rollenzuweisungen und tradierte Stereotypen aufgebrochen werden und nur dann wäre echte Gleichberechtigung möglich. Nicht gegen die angeborene Veranlagung, sondern im Einklang damit. Ob das immer optimal wäre, lasse ich mal dahin gestellt sein. Manche Kinder wissen schon sehr früh, was sie mal werden wollen und verfolgen dieses auch zielstrebig, können daran aber trotzdem scheitern. Andere wiederum wissen dieses auch nach ihrer Volljährigkeit noch nicht. Jene Eltern, die die Berufswünsche ihrer Kinder nicht respektieren, wird man ohnehin mit so einem Buch nicht erreichen.

Interessanter ist hingegen, was Vaterfreuden.de aus dem Buch zitiert:

„Wir Männer sind ein Auslaufmodell. Alles was die Natur uns mitgegeben hat und was wir Männer deswegen gut können, ist heute nicht mehr gefragt. Jagen, kämpfen, körperlich hart arbeiten usw. – wer muss das heute in unserer Wohlstandsgesellschaft schon noch?“, so beginnt Axel Dammler seine Ausführungen und fährt augenzwinkernd fort:„ wenn ich mal wieder die Butter im Kühlschrank nicht finde, liegt das eben daran, dass die männliche Evolution ja nicht vorhersehen konnte, dass die Butter im Kühlschrank nicht gejagt werden muss und sich schlicht und einfach weigert, sich zu bewegen.“ Vaterfreuden

iconkids & youth hat eine eigene Webseite, auf der die Studie pressetechnisch mit den Worten vorgestellt wurde: Männer und Frauen: Leider nicht zukunftsfähig!

Man kann nur noch zu dem Schluss kommen: Studien, die die Welt nicht braucht 😉

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3 Kommentare.

  1. Worte können ziemlich unspezifisch sein. Jungen sind nicht kooperationsfähig? Aber Fußball ist trotz allem noch hauptsächlich ein Jungensport?! 😉

  2. Huhu Christine!!!
    Leider stimmt es wohl, dass vor allen Dingen Halbdurchdachtes mit fragwürdigen Behauptungen veröffentlicht wird. Besonders verwirrt empfinde ich diesbezüglich „wissenschaftliche“ Bücher zu diesem Thema.

    Vielleicht ist nicht der Mann das Auslaufmodell sondern der Genderwahn und insbesondere Männer, die so argumentieren wie der Autor.

    Diese alberne Jäger- und Sammlermetapher wurde schon so oft überstrapaziert und ist kaum fundiert. Fällt den Genderautoren nichts Besseres mehr ein???
    Die Hirnforschung hat jedenfalls schon sehr viel einsichtigere Aussagen zu diesem Thema formulieren können.

    Aber vielleicht ist es auch gar nicht so sinnvoll, solchen Autoren Aufmerksamkeit zu schenken, welche sie eigentlich nicht verdient haben, oda???
    Andernfalls kommt noch jemand auf den Gedanken, so etwas zu kaufen und damit das Auslaufmodell Gendertheoretiker zu alimentieren, oda???

    Vielleicht wäre es besser, sich eher mit konstruktiven und produktven Beiträgen zur Thematik zu befassen.

    Mit freundlichem Gruß, Deine Auc 🙂

  3. Huhu Christine!!!
    Ich bin es nochmal. 😀
    Nun habe ich auch noch einen kritischen Kommentar auf der Website Vaterfreuden.de geschrieben:
    http://www.vaterfreuden.de/tipps/lesetipp/rosa-ritter-schwarze-prinzessinnen-was-wirklich-typisch-m%C3%A4nnlich-und-typisch-weiblich#comment-1194

    Fröhliche Grüße, Deine Auc 🙂

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