Frauen durch Zwangsdienst benachteiligt

Natürlich will ich nicht, das irgendjemand auf den Gedanken kommen könnte, Frauen unterliegen dem Zwangsdienst, denn das wäre ja Grundgesetz- bzw. verfassungswidrig, vermutlich auch in Österreich. Es gibt aber Dinge, die sind so hanebüchen, das man um das veröffentlichen nicht herum kommt.

Im WGvdL-Forum hat Roslin einen Link aus der österreichisch, feministitisch-radikalen Online-Zeitung „DieStandard“ eingestellt, in der darüber gerätselt wird, wieso Frauen zwar den größeren Anteil der Anwärterinnen bei den jährlichen, medizinischen Aufnahmetests stellen, aber die Ergenisse eine andere Sprache sprechen. Als ich mir den Artikel durchlas, dachte ich, mir verschlägst die Sprache, aber lest selbst:

[..] Bei der Auswertung der Tests, erklärt Reibnegger im Gespräch mit dem _Standard, habe man nämlich festgestellt, „dass der zeitliche Abstand zwischen Matura und Test eine relativ große Rolle spielt“. Weil Männer oft erst Bundesheer oder Zivildienst absolvieren, sind drei Viertel der Kandidaten, die gleich nach dem Schulabschluss zum Aufnahmeverfahren antreten, Frauen. Das sei genau jene Gruppe, die sich beim Test schwertut – und letztendlich das für Frauen schlechte Gesamtergebnis verursache. Bei jenen Anwärtern, die sich der Auswahl ein Jahr nach der Matura stellen, gebe es punkto Erfolg keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Nur: Da seien bereits mehr als die Hälfte Männer. „Wir müssen den Zeitfaktor genau analysieren“, sagt Reibnegger [hier]

Obwohl man davon ausgehen kann, das erlerntes Wissen nach einer Matura (Abitur) noch am frischesten ist, sehen Feministinnen und deren Anhänger anscheinend das Gegenteil. Wäre es da nicht besser, man schicke besagte Frauen erst einmal (zwangsweise) zum Bundesheer, damit sie nicht mehr benachteiligt sind? Da dieses Thema im WGvdL-Forum von Roslin gut ausgearbeitet wurde, stelle ich den Link zu seinem Beitrag ein [hier]

Auch Sophisticus hat in seinem gleichnamigen Blog dazu Stellung bezogen [hier]

Nachtrag
Heute erfuhr ich über Arnes Blog, das auf Grund der miserablen Ergebnisse der österreichische Gesundheitssprecher Rasinger 50 : 50 Quoten fordert.

[..]Schuld, meint der Gesundheitssprecher und Nationalratsabgeordnete der ÖVP, seien die Aufnahmetests fürs Medizinstudium. Hunderte Anwärter bleiben dabei Jahr für Jahr auf der Strecke, darunter stets überproportional viele Frauen.

Warum stellen sich Politiker nicht die Frage, weshalb überproportional viele Frauen diese Tests bei besseren Voraussetzungen nicht bestehen? Die Mädels bekommen bessere Noten in den Schulen und sie können im Gegensatz zu den Jungs, die den Zwangsdienst absolvieren müssen, direkt durchstarten. Das Wissen ist also frisch, während Jungen beim Heer wohl kaum schulisches Wissen vermittelt bekommen.

[..]“ Empathie und „Herzenswärme“ hält er für seinen Beruf für wichtiger als mathematische Formeln – aber derartige Eigenschaften könne ein Test nicht abprüfen. Oder: „Ein Mediziner muss kombinieren und Diagnosen vermitteln können und nicht 3000 Seiten auswendig lernen.“

Ach… sind nicht gerade die Mädel diejenigen, die besser und lieber auswendig lernen als Jungen?

[..]Es sei unfair, Zugangshürden nach solch einseitigen Kriterien aufzubauen, meint Rasinger.

Zum einen ist das Leben nun mal nicht fair und es wäre besser, die Mädels würden sich rechtzeitig damit auseinander setzen. Zum anderen würden mich die einseitigen, angeblich jungenorientierten Kriterien echt interessieren. Einseitig könnten diese Kriterien doch nur sein, wenn Muskelkraft bei den Tests gefordert wäre.

[..]“Wenn ein junger Mensch etwa ein Jahr beim Roten Kreuz gearbeitet hat, ist das auch eine Qualifikation.“

Auch dieser Satz sagt mehr über den Gesundheitssprecher und seine Qualifikation als über den Beitrag selbst aus. Wenn ein Jahr beim Roten Kreuz ein Kriterium ist, 8 Monate beim Heer aber nicht, dann ist es doch umso erstaunlicher, das die Jungs die Test trotzdem überproportional bestehen.

Alles in allem empfinde ich diesen Artikel als Unverschämtheit den Jungen/Männern gegenüber, werden sie von einem Politiker nicht nur diskriminiert – nein – er trampelt auf diese Diskriminierung auch noch herum, in dem er die Benachteiligung der 8 Monate Zwangsdienst nicht berücksichtigt.

Link
Für Frauenquote im Medizinstudium an österreichischen Universitäten
Diskussion im WGvdL-Forum

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2 Kommentare.

  1. Frauen schneiden erneut schlechter ab « FemokratieBlog - pingback on 13. September 2010 um 13:46
  2. Es ist allerhand, was Mann lesen muß, wenn er sich für diese Thematik intressiert. Als Mann fehlt es mir mittlerweile, die Perspektiven von Frauen wirklich zu verstehen. Das liegt daran, daß ich mich in die Rolle als Mann einzufügen hatte. Es wurde mir stets eingebläut, so zu sein, wie ich nun bin. In mein Schicksal habe ich mich aber erst gefügt, als ich einberufen wurde – erst die Musterung, dann der Zwangsdienst. Direkt nach der Matura – ein Jahr aussetzen – aus dem Lernrhytmus kommen und zu sehen, wie meine Kolleginnen sich ein Jahr die Welt anschauten oder gleich mit dem Studium beginnen durften. Zudem kam noch, daß ich unterbrechen musste, weil der Küchendienst in einem Krankenhaus mit durschschnittlich 50 Wochenstunden eine zu große Belastung für meine Knie war, nachdem ich ja jahrelang die Schulbank gedrückt hatte. So kam es, daß ich sogar noch 2 Monate nachzudienen hatte, und so das letzte Monat eines Sommersemesters verloren hab, genau die Prüfungszeit, weil ich anfang Juni eingezogen wurde und Juni/Juli beim RK Fahrdienste und Hausmeisterarbeiten machen musste. Autos polieren statt Prüfungen machen. Eine Sauerei. 1 Jahr später wurde dieser Einrücktermin harmonisiert, zu spät für mich. Wegen 2 Monaten ein Semester verlieren. Studiengebühren waren nicht mehr wiederzubekommen. Habe den Bescheid mit dem Termin 2 Wochen vorher erhalten. Wegen dem hasse ich nicht die Frauen, aber ich habe aufgehört, mir Gedanken darüber zu machen, ob irgendwas gerecht ist oder nicht. Ich habs als Mann genommen und es in mich reingefressen, weil Mann ja sowieso nix dagegen tun kann, es gibt keine Handhabe gegen so ein System. Was mich seit dem aggressiv macht sind Frauenquoten oder andere Blödheiten. Entweder man ändert das System, oder man lässts bleiben und macht das beste draus. Mit Änderungen meine ich einen Masterplan und keine Symtombekämpfungen. Das ist Augenauswischerei. Der Masterplan kann nur generationsbegleitend stattfinden. D.h. Gleiche Pflichtenu und Rechte für alle, ab sofort. Genderdifferente Spielsachen und Werbungen sollten verboten werden. Lächerliche Kostüme und aufreizende Kleidung für Frauen am Arbeitsplatz auch. Am besten sollten alle mal 1 Jahr in grauen Overalls herumlaufen müssen. Es beginnt ja schon mit dem rosaroten Kinderbettchen für das weibliche Baby oder blauen Farbtönen für Buben. Wir sehen, das Problem ist umfangreicher, als wir denken.

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