Femokratie News 230-2011

Kinderabweisend
Heute morgen war im Deutschlandfunk ein Bericht über die De­mon­stra­tio­nen in Israel, die die Bürger wegen zu hoher Mieten und sonstiger So­zi­al­kos­ten auf die Straße treibt. Es wur­de eine vier­köpfige Familie vor­ge­stellt, die mit um­ge­rech­net 4000€ im Monat gerade mal so hinkommt – so wurde das ge­schil­dert. Vor allem, dass man sich nichts mehr leis­ten kann, seit die Kinder da sind, war herauszustellen. Diesellog

„Satirische“ Männerabwertung
Nach einem Protestbrief eines Le­sers verspricht Thomas Götz, stell­ver­tre­ten­der Chefredakteur der Grazer „Kleinen Zeitung“, in der Ausgabe vom 7. August künftig genauere Kon­­trolle, sprich: Aus fe­mi­nis­ti­scher Sicht An­stö­ßi­ges nicht mehr zu drucken. Stein des Anstoßes: In einer Folge der klas­si­schen Comic-Serie „Liebe ist…“ hieß es „…anstelle ei­ner Karriere lieber Plätz­chen zu ba­cken“. Forum Männerrechte

Durchschnittliche Kinderzahl je Frau steigt 2010 auf 1,39
Pressemitteilung Nr.301 vom 18.08.2011
Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau betrug im Jahr 2010 in Deutsch­land 1,39. Damit lag die zusammengefasste Geburtenziffer nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) etwas höher als 2009 (1,36) und ähnlich hoch wie 2008 (1,38). Einen höheren Wert hatte sie zuletzt im Jahr 1990 mit 1,45. 2010 kamen insgesamt rund 678 000 Kinder le­bend zur Welt, etwa 13 000 mehr als 2009. Die Zahl der Frauen im ge­bär­fä­hi­gen Alter (zwischen 15 und 49 Jahren) war von 18,7 Millionen (2009) auf 18,4 Millionen im Jahr 2010 zu­rück­ge­gan­gen. Destatis Die Zunahme bei den Ge­burten von 2009 auf 2010 fiel bei den Geburten von zweiten und dritten Kindern stärker aus als bei den Geburten erster Kinder. Destatis

Fünf Jahre Gleichbehandlungsgesetz: „Sanktionen müssen weh tun“
Ein eigenes Klagerecht, mehr Personal und ein höheres Budget für die An­ti­dis­kri­minierungsstelle in Berlin. Das fordert Christine Lüders – die Lei­te­rin. TAZ

Kritik: „Männer sind privilegiert“
Die Theo­rie, nach der Männer be­stimm­te Privilegien haben (Frauen aber nicht) war schon wiederholt Thema in diesem Blog:[..] Ich finde die in den Artikeln vorgebrachten Ar­gu­men­te durchaus über­zeu­gend, in der der­zei­ti­gen Verwendung und gerade dadurch, dass Privilegien nur bei Männern vorliegen kön­nen, ist die Privilegientheorie ein Macht­­mit­tel und keine faire Dis­kus­sions­ba­sis. Erst wenn sich die Vertreter dieser Theorie auf eine offene Diskussion darüber ein­las­sen, inwieweit nicht nur die Männer pri­vi­le­giert sind, kann sie überhaupt sinnvoll sein. Alles Evolution

Aufstand …und keiner geht hin
Englands Premierminister Cameron will die sozialen Netzwerke Face­book und Twitter sperren lassen. Seine Idee: Wenn es keine Kom­mu­ni­ka­tion unter den Aufständischen gibt, dann gibt es auch keinen Auf­stand. Ein Vorhaben, dass vom gestürzten ägyptischen Präsidenten Mubarak stammen könnte. Während Cameron die sozialen Netzwerke nur für Ran­­da­lie­rer sperren las­sen will, geht die konservative Abgeordnete Louise Mensch, die selbst ausgiebig twittert, noch einen Schritt weiter: Sie will die sozialen Netzwerke stundenweise gleich für alle sperren lassen. Die Bereitwilligkeit, das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung für alle wegen weniger Unruhestifter kurzerhand einzuschränken, zeige, wie hilf­los die Po­li­ti­ker angesichts der Vorkommnisse sind, meint Mercedes Bunz, die in London lebt und arbeitet. dradio

Wenn Jungs ohne Vater aufwachsen
Nun hat die Stunde der Ana­lys­ten geschlagen, um die tieferen Ursachen für die scheinbar aus dem nichts kommende Gewalt zu diagnostizieren. «Die Randalierer sind schwarz und ohne Väter» hiess es etwa in der «Sonn­tagsZeitung». Tatsache ist, dass die 18 Stadtteile, die am meisten von der Ran­da­le betroffen waren, alle eine extrem hohe Zahl allein­ste­hen­der Müt­ter und «zer­bro­che­ner Familien» aufweisen. Es handelt sich dabei um junge Männer ohne Aus­bil­dung und Perspektive, aufgewachsen mit den Anreizen des modernen So­zi­al­staa­tes, aber ohne väterliche Autorität.[..] Wo sind eigentlich die Väter dieser Kids und warum kümmern sie sich nicht um ihre Familien?[..] Oder liegt der Kern des Pro­­blems tat­säch­lich in der Krise der Männer, die aufgrund ihrer traditionellen Rol­len­bil­der unfähig sind, sich in einer sich immer schneller drehenden Welt anzupassen? Und wer wäre fähig, hier ein Umdenken zu bewirken? Natürlich gibt es auf komplexe Probleme selten einfache Rezepte. Aber wenigstens auf meine letzte Frage scheint mir die Antwort eindeutig: Die Männer müs­sen ran. Sie müssen ihre Rolle hin­ter­fra­gen und neu definieren, es braucht neue Vorbilder für neue Männer. Mama Blog

  • So, so… die Männer müssen ran. Ja wenn man sie lassen würde, sähe einiges ver­mut­lich wirklich besser aus. Immerhin gab es über 500 Kommentare, da ist echt et­was geboten.

Jugendproteste · In Deutschland ist es ruhig – noch
Wenn Ju­gend­li­che in Deutschland gegen soziale Un­ge­rech­tig­keit de­mon­strie­ren, dann geschieht das friedlich. Wie zum Beispiel in der Kölner Süd­stadt. Doch Experten warnen vor wei­te­ren Kürzungen bei So­zial­leis­tun­gen und öffentlichen Einrichtungen. Denn auch in Deutschland kann die Stim­mung umschlagen. dradio

Das Tuch – Ein bisschen zu nuttig
Ich wäre auf den Slutwalk ge­gan­gen, wäre ich nicht im Ausland. Zu­sam­men mit Tausenden anderer Frauen und Männer hätte auch ich gegen se­xu­el­le Gewalt und Ver­harm­lo­sun­gen von Ver­ge­wal­ti­gun­gen protestiert – gegen Entschuldigungen. Nicht weil ich mich gern – was auch immer das heißen mag – schlampig anzöge, sondern weil dort gegen ein Pro­­­blem unserer Ge­sellschaft demonstriert wird: Wir hegen Sympathie für die Täter und beschuldigen gar die Op­fer. TAZ

  • Ich möchte den Täter oder die Täterin sehen, die bei nachweisbaren Taten Sympathie erhält. Gerade bei Vergewaltigungen ist die Anteilnahme für die Opfer sehr groß und jene er­wähn­ten Südländer, die rassistischen Motiven zum Opfer fallen, ist das Wohl­wol­len der gesamten Bevölkerung gewiss, BILD sei Dank.
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1 Kommentare.

  1. Ich weiß ja nicht, wie die Preise in Israel sonst so sind, aber eine vierköpfige Familie kommt mit 4000 Euro im Monat nicht hin???

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