Fehlende Konsequenzen im Familienrecht

Einen sehenswerten Beitrag zur Scheidungspro­ble­matik, in dem überwiegend auf die Situation der Kinder eingegangen wird, gibt es auf EinsPlus zu sehen. Neben Douglas Wolfsperger ist auch Jürgen Rudolph vertreten, ehemaliger Familienrichter und Mitbegründer der sogenannten Cochemer Praxis. Dieser bemängelte letztendlich die fehlenden Konse­quenzen an deutschen Familiengerichten.

Ab 20:30 min. spricht die Moderatorin Jürgen Rudolph auf das Cochemer Modell an, wobei er korrigiert, das es sich nicht um ein Modell handelt, sondern lediglich um eine Praxis. Die Ausführungen zum deutschen Familienrecht lasse ich mal außen vor, sondern gehe direkt auf das wesentliche ein. Herr Rudolph spricht von dem kalifornischen 50-Miles-Gesetz. Das bedeute, wenn ein Elternteil mit dem Kind weiter als 50 Meilen wegziehen will, muss er das Kind zurücklassen, es sei denn, die Eltern haben sich anders geeinigt.

Er habe seine Richterkollegen dort gefragt, dass sie wahrscheinlich viel zu tun haben würden, worauf diese antworteten, überhaupt nicht. Jürgen Rudolf wollte wissen, warum das so sei und und man erklärte ihm, dass alle das Gesetz kennen würden, sonst habe man beim Familiengericht ganz schlechte Karten. Des weiteren würden kalifornische Gerichte sehr konsequent handeln, was wohl der Ausschlag wäre. Diese Konsequenz spiele eine riesige Rolle.

Herr Rudolph erzählt weiter, das er selber bei Gericht erlebt habe, wie Eltern der Eid abgenommen wurde, eine Beratung oder Mediation zu absolvieren. Die müssten dort hingehen und wenn sie das nicht befolgten, dann hätten sie einen Meineid geleistet. In Kalifornien würde das sehr restriktive Folgen nach sich ziehen und da alle Eltern das wissen, beachte man dieses auch. Es gäbe dort sehr kompetente Berater und Mediatoren, die im übrigen alle im selben Gebäude wie die Gericht sitzen.

Können Scheidungskinder glücklich werden? –
Oder: Kinder wollen keine Scheidung!
Scheidungen sind heute schon beinahe der Normalfall, jedes Jahr schei­tern fast 200.000 Ehen. Jede dritte Ehe wird geschieden. Oft gibt es kein großes Gezeter, der Großteil der Scheidungen geht ziemlich zivilisiert über die Bühne. Aber ob zivilisiert oder im großen Streit: Bei immerhin circa 50.000 Kindern muss jedes Jahr über das Sorgerecht und über Umgangs- und Besuchsregelungen entschieden werden. Aber um das Sorge- und Umgangsrecht wird häufig und heftig vor Gericht gestritten. Und immer mehr Väter fühlen sich regelrecht entsorgt, denn manchen Frauen gelingt es, die Kinder trotz festgelegter Umgangsregelung Wochen- oder sogar Monatelang von den Vätern fernzuhalten. Väter können mit Engelszungen reden, sich beim Jugendamt beschweren, das Gericht einschalten, auf das für Umgangsboykott im Gesetz durchaus vorgesehene Zwangsgeld pochen – es bleibt meistens bei einer Ermahnung. EinsPlus

Da die Sendung nur 45 Minuten läuft und auch sehr informativ ist, lohnt sich aus meiner Sicht das anschauen.

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1 Kommentare.

  1. Keine Gerechtigkeit für Väter « FemokratieBlog - pingback on 21. November 2012 um 12:16

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