Auftaktveranstaltung zur Equal Pay Day Kampagne

Das Bundesfrau­enministerium ließ am Dienstag verlauten, das wir zukünftig mit ganzjährigen Aktion zum Thema Equal Pay Day beglückt werden. Der Beitrag erin­nerte mich sofort an den Bericht des Bundesfrauenra­tes der Grünen, die Unverständnis ob der Tatsache äußerten, das Fensterputzer für Außen­arbeiten mehr erhielten als Putzfrauen, die im inneren eines Gebäudes arbeiten. Da stellt sich doch die Frage, warum ein Mann für das gleiche Geld eine wesentlich gefährlichere Arbeit verrichten soll?

Staatssekretär Josef Hecken eröffnet Auftaktveranstaltung zur Equal Pay Day Kampagne in Berlin
5. Equal Pay Day wird erstmals durch Veranstaltungsreihe vorbereitet / Schwerpunktthema Lohnfindung

Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senio­ren, Frauen und Jugend und Henrike von Platen, Präsidentin des Frauen­netzwerks Business and Professional Women (BPW) Germany, läuten morgen (Mittwoch) mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin den Start der Kampagne zum Equal Pay Day 2012 ein. Die Bundesgeschäftsstelle Entgeltgleichheit stellt das Schwerpunktthema „Lohnfindung“ zusammen mit Fachleuten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft vor. Ziel des Forums ist es, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für gemeinsame, bundesweite Aktionen am nächsten Equal Pay Day am 23. März 2012 zu gewinnen. Dabei soll der Schwerpunkt der Debatte auf den Prozess der Lohnfindung gesetzt und die Diskussion weiter in die Breite getragen werden.

[..]Um die Initiative des Equal Pay Day über den Aktionstag hinaus durch ein ganzjähriges Engagement zu stärken, öffnete im September 2011 die Bundesgeschäftsstelle Entgeltgleichheit.

[..]Entgeltungleichheit hat zahlreiche Ursachen. Frauen fehlen nicht nur in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karrierelei­ter. Sie unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger familienbedingt als Männer, was im Lebensverlauf zu deutlichen Lohneinbußen führt. Tätigkeiten, die als typische Frauenberufe gelten und vorwiegend von Frauen ausgeübt werden, werden in individuellen und kol­lektiven Lohnverhandlungen schlechter bewertet und bezahlt. BMFSFJ

Interessant ist an dem Bericht, dass weder das Wort Lohndiskriminierung, noch -benachteiligung auftauchte. Stellvertretend wurde dafür das Wort „Lohnfindung“ kreiert.

 

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2 Kommentare.

  1. Anstelle Steuergelder wie in dieser Aktion zu verschleudern, sollte man doch annehmen, dass ein Equal Rights Day für ALLE (Mann,Frau) besser wäre.

    „Frauen fehlen nicht nur in bestimmten Berufen, …“
    Ja, schickt sie doch mal auf Gondeln für die Außengebäudereinigung der Fenster!

    „Sie unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger, …“
    Ja, welcher (besonders Klein-) Unternehmer will sich das antun, wenn er nur einige Angestellte hat, er braucht schnelle flexible Arbeiter, die nicht Jahrelang fehlen weil sie einen Kinderwunsch haben. Beim Mann ist der Kinderwunsch noch nicht so gefährlich für Unternehmer, weil der Staat die Männer mit Kindern nicht in die Pflicht nimmt.

    „… was im Lebensverlauf zu deutlichen Lohneinbußen führt.“
    Ach so, für privates „Vergnügen“ soll auch der Steuerzahler die Taschen öffnen?

    „… werden in individuellen und kol­lektiven Lohnverhandlungen schlechter bewertet und bezahlt.“
    Nein Herr Staatssekretär, diese „Arbeiten“ sind i.d.R. von jedem auszuführen, meist kreiert für Frauen, damit sie überhaupt einen Job bekommen (wie auch eine Sekretärin (Sekretär), die mal im Büro auch Arbeit liegen lassen kann), das sieht man doch an der Männeranzahl die dort arbeiten. Jetzt zu schreien, die Frau muss besser bezahlt werden, weil sie einen Staubsauger (um beim Putzen zu bleiben) schwingt, würde den Mann im Kohleabbau mit seiner Arbeitsleistung (Schwerste Arbeit, Hitze, Staub, Gefahr) benachteiligen.
    Aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, auch einen Arbeitsplatz für eine Putzfrau unter Tage im Kohleabbau zu kreieren.
    Da bekäme die Putzfrau dann auch die Zulagen (Hitze, Staub, Gefahr), jedoch wohl kaum für schwerste körperliche Arbeit, außer die Frau schwingt auch den Presslufthammer statt dem Presslufthammer so wie die Männer. Aber die Erfahrung zeigt, das ist zu schwer für eine Frau und die Leistung zu gering, daher werden Männer eingesetzt, weil sie ökonomischer (besser auszubeuten) für die Firma sind.

    Also sollte das BMFSFJ sich doch einsetzen und Gesetze verabschieden, die Frauen das Putzen auch Untertage ermöglichen, da gäbe es bestimmt viele Vollzeit Jobs!
    ….. aber, das wäre wohl auch nicht ziel-führend, denn welche Frau will schon einen mit so schlechten Arbeitsbedingungen und einem schmutzigen behafteten Putzfrauenjob Untertage herumschlagen, der ist doch viel zu dreckig, laut, heiß und gefährlich, denn es geht doch viel leichter, man fordert und schreit nach einem Equal Pay Day, um die Gesellschaft zu verblöden und dabei gleichzeitig Steuergelder zu verschleudern!

    Ähnliches würde ich mir auch vom Verteidigungsministerium wünschen, nur eine 50/50 Truppe für Kriegseinsätze,…. aber da ist das Problem ja sehr ähnlich, denn wir hätten wohl nicht tausende deutsche Bürger im Einsatz in Afghanistan, sondern bestenfalls 200-400 Willige, also 100-200 Frauen und genauso viele Männer!

    Herr Staatssekretär, warum zwingen sie Männer zu hoch bezahlten Auslandseinsätzen und nicht Frauen? Nur damit diesen Männern dann vorgehaltenen wird, sie verdienen zu viel zur Putzfrau, die wir ja in Afghanistan auch brauchen?

    Ihre „Gedanken“ sind nicht nachvollziehbar, sie diskriminieren die Frauen schon in den Ministerien, und nicht die freie Wirtschaft !

  2. Müßte man nicht korrekterweise vom „unbereinigten Equal Pay Day“ sprechen? Der bereinigte müßte ja spätestens am 29. Januar stattfinden; idealerweise könnte man ihn mit dem Killed-at-Work-Day zusammenlegen, das ergäbe dann interessante Nachrichtenmeldungen…
    (Wie gesagt, idealerweise. Praktisch würde letzterer dann in den Medien natürlich trotzdem genauso ignoriert werden wie in den letzten Jahren.)

    B20

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