Empörung über Lohnungleichheit

entgeltungleichheit

Nachdem unser Urlaub sich dem Ende zuneigt, wir im Moment noch auf deutschen Autobahnen un­ter­wegs sind, kann ich mei­nen zu­letzt be­ar­bei­teten Bei­trag end­lich on­line stel­len 😉

hib-meldung 2010_08/2010_271/07

Lohn­un­gleich­heit zwi­schen Frau­en und Män­nern
Familie, Senioren, Frauen und Jugend/Antwort – 16.08.2010

Berlin: (hib/AW/STO) Das schweizerische Prüfinstrument ”Logib“ zur Messung von Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern in Unternehmen ist speziell für Deutschland weiterentwickelt worden. Die teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/2647) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion (17/2516) mit. Das deutsche Modell ”Logib-D“ weiche erheblich vom Schweizer Modell ab und berücksichtige die Personal- und Vergütungsstruktur der Unternehmen insgesamt [hier]

Aus der Antwort der Bundesregierung:

Unternehmen, die auf geschlechtergerechte Entgeltstrukturen achten, stärken in Zeiten zunehmenden nationalen wie internationalen Wettbewerbs, drohenden Arbeitskräftemangels und immer mobilerer Arbeitskräfte ihre Attraktivität als Arbeitgeber – nicht nur für Frauen. 97 Prozent der Frauen und Männer über 18 Jahre in Deutschland hielten es in einer repräsentativen Befragung 2009 für empörend, dass es Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern heute noch gibt (96 Prozent der Männer), 75 Prozent der Befragten sahen die Wirtschaft am Zuge, um Lohngleichheit im beruflichen Alltag tatsächlich durchzusetzen und 73 Prozent der Bevölkerung meinten, vielen Arbeitgebern sei „das Thema egal, deshalb kümmern sie sich nicht darum.“ (Entgeltungleichheit – gemeinsam überwinden, Repräsentativbefragung von Sinus Sociovision 2009).

Man mag sich nach dieser Antwort gar nicht vorstellen wollen, welche Fragen gestellt wurden, damit o.g. Empörung heraus kommt. Anscheinend hat die arbeitende Bevölkerung keine anderen Sorgen. Ich persönlich finde es eher empörend, dass es im wohlhabenden Westen eine Menge Menschen – Männer wie Frauen – gibt, die für einen Hungerlohn arbeiten gehen und sich anschließend bei der Agentur für Arbeit noch weitere finanzielle Unterstützung zum überleben erbetteln müssen.

Damit nicht genug – warum ist bisher keiner Politikerin die Lohndiskriminierung zwischen Frauen aufgefallen? Legt man die Logik der Bundesregierung zu Grunde, dann fragt man sich, warum z.B. unsere Bundesfrauenministerin Kristina Schröder wesentlich weniger als die WDR-Intendantin Monika Piel verdient. Diese verdient fast 100% mehr als Kristina Schröder und daraus resultierend ergibt sich doch zwingend die Frage, ob erstere auch fast 100% mehr arbeitet?

Angesichts dieser Fakten hält sich meine Empörung über angebliche Lohnungleichheit zwischen Männer und Frauen in Grenzen.

WikiMANNia: Lohndiskriminierung
WGvdL.com-Forum: Gehalt von Monika Piel, WDR-Intendantin

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