Demografiebericht der Bundesregierung

Nachfolgend stelle ich ein paar Auszüge aus dem Demografiebericht der Bundesregierung ein. Dieser geht im wesentlichen auf die Vereinbarkeit von Fami­lie und Beruf ein und bemängelt, das die Parameter nicht stimmen. Dieses erschwere demnach die Entscheidung für eine Familiengründung. Das die Erwerbsbeteiligungen von Frauen erhöht werden müsse, ist ebenso verzeichnet wie das Argument, dass Arbeitskräftepotenzial von Frauen stärker auszuschöpfen. Zwar wird kurz auf Ehescheidungen eingegangen und das diese einen Faktor in der Demografie darstellen, aber ansonsten ist der Bericht frei davon. Das dieser gegendert und überwiegend auf die Lebenssituation von Frauen gerichtet ist, brauche ich vermutlich nicht erwähnen.

Unterrichtung durch die Bundesregierung Drucksache 17/7699 vom 07.11.2011 – Bericht der Bundesregierung zur demografischen Lage und künftigen Entwicklung des Landes (Demografiebericht)

II. Demografischer Wandel: Fakten und Trends

2. Parameter der demografischen Entwicklung

Seite 9 – Grundlage der weiteren Beschreibung der vielfältigen Aspekte der demografischen Lage und des demografischen Wandels sind haupt­sächlich die Daten der amtlichen Statistik. Dazu gehören die Statistiken der Geburten und Sterbefälle, der Eheschließungen und Ehescheidungen, der Wanderungen über die Grenzen und innerhalb Deutschlands sowie zum Bevölkerungsbestand.

In diesem Absatz werden dann auch Ehescheidungen benannt.

Seite 14 – Studien zur Kinderlosigkeit bei Männern zeigen, dass Männer häufiger als Frauen kinderlos sind. Das ist darin begründet, dass Männer einerseits häufiger ledig bleiben als Frauen und andererseits die Kinderlo­sigkeit unter Männern häufiger dem Lebensideal entspricht.

Interessant ist bei dieser Aussage, das auf eine Fußnote verwiesen wird, bei der u.a. steht:

In: Tölke, Angelika; Hank, Karsten (Hrsg.): Männer – Das „vernachlässig­te“ Geschlecht in der Familienforschung, Zeitschrift für Familienforschung, Sonderheft 4, Wiesbaden: VS Verlag, S. 18–43.

Es ist der Bundesregierung sowie den Abgeordneten demnach bekannt, dass Män­ner das vernachlässigte“ Geschlecht sind und sie werden ebenso wissen, dass sie das nicht nur in der Familienforschung sind.

III. Auswirkungen und Maßnahmen des Bundes

1.2.1.2 Ideale Kinderzahl und Kinderwünsche

Seite 33/34 – Die Familie mit zwei Kindern ist das in Europa am meisten verbreitete Idealbild der Familie. Auch für Deutschland haben Befragungen nach der idealen Kinderzahl einen Durchschnitt von 2,2 Kindern ergeben. Diese Zahl ist damit im Vergleich zum Jahr 2001 von 1,7 unter Männern und 2,0 unter Frauen gestiegen. 41 Drei Viertel der Jugendlichen zwi­schen 15 und 25 Jahren in Deutschland geben in einer Befragung aus dem Jahr 2010 als ideale Kinderzahl zwei an.

Diese Zahl verringert sich etwas, befragt man die Menschen nicht nach der idealen, sondern nach der Anzahl der Kinder, die sie sich unter den gegebenen Umständen für sich persönlich tatsächlich wünschen. Die Zahl der durchschnittlich gewünschten Kinder lag im Jahr 2008 43 bei 1,93 Kindern unter Männern und bei 2,03 unter Frauen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland hinsichtlich der Höhe der Kinderwünsche im unteren Drittel.

Es ist immer wieder erstaunlich, wenn man bedenkt, das Politiker keinen Zusam­menhang zwischen Kinderwunsch und den finanziellen Belastungen von Männern sehen.

1.2.2 Ziele der Familienpolitik und eingeleitete Maßnahmen

Eine nachhaltige Familienpolitik ist in Zeiten des demografischen Wan­dels unverzichtbar. Sie zielt darauf ab, dass

  • Familien materiell abgesichert sind,
  • die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird,
  • Kinderwünsche realisiert werden können.

Eine Familienpolitik, die sich an diesen Zielen ausrichtet, trägt dazu bei, die von Familien gewünschten Lebensvorstellungen zu realisieren, eine familienfreundliche Arbeitswelt zu fördern und den Generationenzusam­menhalt zu festigen.

Als ob es alleine am Geld liegt…

3. Wirtschaft, Arbeit, Bildung und Forschung

3.2.2.1.2 Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen

Seite 61 – Verstärkt in den Blick zu nehmen ist, wie vor allem Frauen mit Kindern unabhängig von deren Alter besser in den Arbeitsmarkt integriert werden können. So belief sich laut Mikrozensus im Jahr 2009 die Quote der aktiv erwerbstätigen Mütter, deren jüngstes Kind unter drei Jahren alt war, auf nur 30,0 Prozent im Vergleich zu 81,1 Prozent bei den Vätern. Weniger als ein Drittel dieser Mütter (30,7 Prozent) arbeitete Vollzeit (Väter: 93,2 Prozent). Zwar ist die Erwerbstätigenquote der Mütter, deren jüngstes Kind zwischen drei und sechs Jahren alt war, mit 59,5 Prozent fast doppelt so hoch (Väter: 83,0 Prozent). Aber auch hier arbeitete nur jede vierte Mutter Vollzeit (Väter: 94,7 Prozent).

Nach vorsichtigen Schätzungen ergeben sich für nicht erwerbstätige Müt­ter mit Kindern bis 16 Jahre und abgeschlossener Berufs- oder Hoch­schulausbildung rund 1,2 Millionen zusätzliche Vollzeitäquivalente, wenn sie ihre Erwerbswünsche aufgrund ausreichender Betreuungsangebote und familienfreundlicher Arbeitsbedingungen realisieren könnten.

Haben wir derzeit 1.2 Millionen offene Arbeitsstellen, so dass diese Frauen auch tat­sächlich einen Job bekommen könnten?

IV. Zusammenfassung

Familie und Gesellschaft

Seite 120/121 – Wichtige Voraussetzung zur Entscheidung für Eltern­schaft ist es, dass sich Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren lassen. Nach wie vor sind es überwiegend die Frauen, die familiäre Aufga­ben übernehmen und dies in Einklang mit einer Erwerbstätigkeit bringen müssen. Viele Frauen verzichten zugunsten ihrer Erwerbstätigkeit auf Kinder, und viele Mütter verzichten auf eine Erwerbstätigkeit oder schrän­ken ihre Berufstätigkeit auf Dauer ein. Beides, berufliche Entwicklung und Familie, sind jedoch wichtige Lebensziele von Frauen. Zudem bietet die Erwerbstätigkeit den mehrheitlich gut ausgebildeten Frauen und Müttern die Chance, die wirtschaftliche Stabilität der Familien zu sichern. Ferner sind Frauen und Mütter eine wichtige Erwerbspersonengruppe auf dem Arbeitsmarkt, deren Potenzial noch unzureichend genutzt wird.

Ich habe schon öfters mit jungen Männern zwischen 25 – 30 Jahren gesprochen, denen nicht nur das Gewese um Frauen auf die Nerven geht. Trotzdem haben auch diese Wünsche nach einer Familie. Die größte Verunsicherung liegt allerdings in der Arbeitsmarktlage. Wer sich nicht mehr sicher sein kann, morgen noch einen Job zu haben, der hält sich auch mit der Familienplanung zurück. Michael Klein vom Blog Kritische Wissenschaft hat zu diesem Thema ebenfalls einen Beitrag geschrieben.

Deutsche Gebärpolitik: Quantität statt Qualität

Drei Faktoren machen den demografischen Wandel (nicht nur) in Deutschland aus: ein Geburtenrückgang, längeres Leben und Migration. Seit 1972 werden in Deutschland weniger Kinder geboren als Alte ster­ben. Die Geburtenhäufigkeit liegt unter der magischen Zahl von 2.1 Kin­dern pro Frau, was die Reproduktion der Gesellschaft angeblich in Frage stellt. Außerdem wird Deutschland immer älter, denn eine längere Le­benserwartung und eine zurückgehende Geburtenhäufigkeit verschieben die Gewichte zu gunsten Älterer.

Dies ist eine Darstellung der Fakten, ohne Ideologie. Eine ideologische Darstellung findet sich in den Unterrichtsmaterialien, an denen z.B. der Unterricht in Baden-Württemberg ausgerichtet werden soll. Dort heißt es: “Einigkeit herrscht darüber, dass Familienpolitik besonders wichtig ist. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, dass Frauen wieder mehr Kin­der gebären wollen”.[..] Kritische Wissenschaft

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