Die Bundesregierung: 90 Jahre Frauenwahlrecht

„Können Sie das überhaupt?“ Oder: „Wie wollen Sie das denn schaffen?“ Immer noch müssen sich Frauen Fragen wie diese gefallen lassen, wenn sie sich um politische Ämter bewerben.

Dennoch: Vieles habe sich in den vergangenen zum Positiven verändert, konstatierte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Festveranstaltung zum Jubiläum.

Über 100 Gäste waren ins Bundeskanzleramt nach Berlin gekommen, überwiegend politische Mandatsträgerinnen aus Bund, Ländern und Kommunen. Fast alle Bundesministerinnen waren vertreten.

Meilenstein in der Geschichte

Für Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bedeutet die Einführung des Frauenwahlrechts vor 90 Jahren einen „Meilenstein in der Geschichte der Gleichberechtigung“.

Angela Merkel erinnerte daran, dass Deutschland eines der ersten Länder war, in denen Frauen 1919 erstmalig wählen konnten. Französinnen zum Beispiel durften erst nach 1945 wählen. Im Schweizer Kanton Appenzell-Innerrhoden ließ man die Frauen sogar erst 1990 an die Urnen.

Heute hat Deutschland eine Bundeskanzlerin, und sieben von 16 Kabinettsmitgliedern sind Frauen. Ein Drittel der Bundestagsabgeordneten ist weiblich, in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich ihr Anteil mehr als verdreifacht. Deutschland liegt damit über dem europäischen Durchschnitt.

Kommunalpolitisches Engagement stärken

In der Kommunalpolitik und in den Unternehmen lasse der Anteil von Frauen in führenden Positionen allerdings noch zu wünschen übrig, befand Merkel. „Wir müssen noch weitaus mehr Frauen Mut machen, Verantwortung zu übernehmen“, so die Kanzlerin.
In den Städte- und Gemeindeparlamenten beträgt der Frauenanteil etwa ein Viertel. Und nur fünf Prozent der Oberbürgermeisterinnen, Bürgermeisterinnen und Landrätinnen sind Frauen.

Daher hat die Bundesfamilienministerin gemeinsam mit der „Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft“ die Kampagne „Frauen macht Kommune“ gestartet. Die Kampagne wirbt für das kommunalpolitische Engagement von Frauen.

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Noch mehr Partnerschaft von Mann und Frau

Es bestehe immer die Gefahr, dass Frauen zu „Supermenschen“ werden müssen, um alle Herausforderungen in Familie und Beruf meistern zu können, warnte Merkel. Frauen müssten perfekt sein, „von der der Intellektualität bis zum Aussehen“. Dagegen werde zu wenig darüber gesprochen, ob und wie sich Verhalten und gesellschaftliche Akzeptanz von Männern ändern müssten.

Die Kanzlerin wünscht sich, dass die Idee einer echten Partnerschaft von Mann und Frau stärker betont wird. Frauen dürften nicht dauerhaft überfordert werden.

Das im vergangenen Jahr eingeführte Elterngeld biete zum Beispiel den Männern gute Chancen, sich mehr um ihre Kinder zu kümmern. Erfahrungen zeigten, dass Väter die auch immer mehr nutzen.

Die Bundesregierung 90 Jahre Frauenwahlrecht

Erst seit der Wahl zur Nationalversammlung vom 19. Januar 1919 genießen die Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Deutschland gehörte zu den ersten Staaten Europas, die das Frauenwahlrecht einführten. Frauen in Deutschland machen heute von ihrem aktiven Wahlrecht fast genau so stark Gebrauch wie die Männer. Die Unterschiede bei der Wahlbeteiligung sind minimal. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte haben immer mehr Frauen ihr passives Wahlrecht genutzt, um für Parlamentssitze zu kandidieren

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