Allgemeine Haftung bei Brustimplantaten?

Wo fängt Verantwortung an und wo hört sie auf? Der französische Hersteller PIP hat medizinische Brust­implantate mit industriellem Silikon befüllt und trägt deshalb zunächst einmal die alleinige Schuld an dem Desaster. Diese Firma ist mittlerweile pleite, so dass in Frankreich der Staat die Haftung für die involvierten Frauen übernommen hat. In Deutschland fühlt sich dafür bisher keiner zuständig, das bemängelt Heike Haarhoff in einem TAZ-Beitrag in einer Art und Weise, dass man davon laufen könnte.

Die Verantwortlichen in Deutschland schieben die Schuld lieber ab
Implantate? Krebs? Geschenkt!

Ein skrupelloser Hersteller aus Frankreich, PIP, befüllt medizinische Brustimplantate mit industriellem Silikon, das bestenfalls für Matratzen geeignet ist. Jahrelang bleibt der Skandal unentdeckt, auch, weil der Marktzugang für Medizinprodukte in Europa extrem lax geregelt ist.

Als die Chose auffliegt, protestieren Tausende Frauen, einige, weil sie fürchten, dass das Leck in den künstlichen Kissen ihnen nicht nur Entzündungen, sondern Krebs beschert hat.

Das ist mit Sicherheit schlimm für die betroffenen Frauen, aber das Leben ist nun mal nicht ohne Risiko.

Eine Ungeheuerlichkeit, eine monströse Vorstellung, unbewiesen, sicher, aber hat es jemals in der Medizingeschichte einen zu 100 Prozent stich­festen kausalen Nachweis zur Entstehung von Krebs gegeben?

Eine unbewiesene Sache nennt man eine Ungeheuerlichkeit, eine monströse Vorstellung? Zum kausalen Nachweis fällt mir allerdings die Nichtraucherfraktion ein, weil diese seit einiger Zeit in einer Statistik

[..]Und jetzt, wo ihnen dieses System um die Ohren fliegt, fällt dem Bundesgesundheitsminister, dem Patientenschutzbeauftragten der Bundesregierung, den Chefs der gesetzlichen Krankenkassen sowie den vermeintlichen obersten Verbraucherschützern nichts anderes ein, als den betroffenen Patientinnen mit einer an Bigotterie kaum zu überbieten­den Verachtung reinzuwürgen: selbst schuld, liebe Frauen![..] TAZ

Letztendlich ist das zumindest für diejenigen Frauen richtig, die sich Implantate alleine wegen der „Schönheit“ einsetzen lassen. Die Kommentare in der Taz sind übrigens lesenswert, ist doch (bisher) keiner der Meinung, das die Frauen schuldlos sind.

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1 Kommentare.

  1. Man stelle sich vor, dieser Implantat-Skandal hätte „Penis-Prothesen“ Tragende betroffen.

    Was hätte die taz dann wohl geschrieben:

    „Selbst schuld, Männer!“
    „Die Ohnmacht der Pseudo-Potenten“
    „Testosteron-Krücken ohne Halt in der Gesundheit“

    .. oder so ähnlich? Heike Haarhoff hätte sich bestimmt etwas einfallen lassen, um diesen (fiktiven) Skandal ins Lächerliche zu ziehen und eventuell wären durch diese Erektionshilfen ganz besonders Frauen betroffen, weil sie ja mit Chemie penetriert wurden.

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