100 Millionen EUR Frauenförderung

Am 15.02.2009 hatte ich hier die Antwort der Bundesregierung zu einer Anfrage der Linken eingestellt, die folgendes wissen wollte: Regionale Förderung von Gleichstellung im Rahmen des Programms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Frauen an die Spitze“.

Da mir die Zahlen aus der Antwort zu den Projektaufstellungen sehr hoch erschienen, zumal es ja „nur“ um regionale Förderung ging, hat mein Mann die Projekte und ihre Summen aufgelistet und auf unsere Homepage eingestellt. Die Aufstellung ist wirklich lesenswert. Da gibt es z.B. in Niedersachsen und Schleswig-Holstein 2 Projekte „ohne Titel“ für insgesamt 933.000 EUR. Das Projekt mit dem höchsten Anteil an Förderung heißt „Inhaltliche, strukturelle und organisatorische Weiterentwicklung und Etablierung des Nationalen Paktes für weiblichen Nachwuchs in MINT-Berufen“.  Dafür gibt es knapp 3,2 Mil. EUR. Interessant ist natürlich dieses Projekt „Frauen an die Spitze – Wo bleiben sie trotz Förderprogramme?“ Dafür wurden allerdings „nur“ 278.000 EUR bewilligt. Hoffen wir mal, das diese gut angelegt sind. Allerdings habe ich auch ein Projekt mit dem Namen „Die Bedeutung des Internets für die Berufsorientierung von Frauen und Männern“ gefunden, aber solche Programme sind eher die Ausnahme. Genanntes Projekt wurde in Nordrhein-Westfalen sogar 2 mal mit einer Summe von insgesamt knapp 1 Mil. EUR benannt. Apropos Nordrhein-Westfalen – gerade habe ich erfahren, das NRW einen Innovationsminister beheimat und dieser ist offenbar der Meinung, das noch zu wenig Fördergelder fließen. Deshalb müssen die Zuschüsse für Hochschulen und hier speziell für Professorinnenprogramme erhöht werden, nachzulesen [hier]

Fazit
Im wesentlichen beschäftigen sich die Frauen nur mit sich selbst, man könnte es natürlich auch so ausdrücken: Kreiere einen sinnvollen Projektnamen, um möglichst viele Fördergelder zu bekommen. Einen Gewinn für die Gemeinschaft sehe ich kaum. Eines möchte ich aber auch klar stellen: Die Masse der Frauen profitiert nicht davon, diese interessieren die „Fördergelder“ Vertreibenden genauso wenig wie Männer.

Nachtrag
Ich bin der Meinung, das nicht nur die Zahlen für die Männerrechtsbewegung interessant sind. Wenn man bedenkt, das es z.B. vom BMFSFJ Abt. Gleichstellung 22 Publikationen [hier] zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ gibt,  das Thema „Frauen vor Gewalt schützen“ eine eigene Seite braucht [hier], das Thema „Forschung“ [hier] eine weitere Seite in Anspruch nimmt und es insgesamt 605 ausführliche Publikationen zu allen Themen des Ministeriums gibt, dann kann man sich immer noch nicht die Dimension der Ausgaben vorstellen, die verbraucht werden.

Anmerkung
Bei einem Telefonat der letzten Tage sagte jemand sinngemäß zu mir, wenn er mich und meine Arbeit nicht kennen würde, könnte man zu dem Schluß kommen, ich mache Werbung für die jeweiligen Ministerien, deren Pressemitteilungen, Veröffentlichungen und Links ich hier einstelle. Dem ist natürlich nicht so. Wenn ich aber, wie z.B. im obigen Nachtrag Behauptungen aufstelle, so möchte ich diese an Ort und Stelle beweisen. Ich gebe gerne zu, das ich noch an meinem Profil für dieses Projekt arbeite. Aber wie heißt es so schön: Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und aus diesem Grunde sehe ich meinen FemokratieBlog noch in den Kinderschuhen. Ein weiterer Spruch besagt: Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und so gehe ich auch an dieses Projekt. Es kann nur besser werden 🙂

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6 Kommentare.

  1. Hallo Christine, kann es sein, dass ich deinem Telefongesprächspartner schon mal wo begegnet bin (z.B. morgens im Rasierspiegel 😉

    Jedenfalls halte ich eure Veröffentlichung der 100 000 000 Euronen Staubzucker für sehr verdienstvoll. Niemand soll sagen können, insbesondere kein Politiker, er habe nichts gewusst. So eine „kleine Anfrage“ inkl. Antwort ist schnell wieder vom Fenster. Mit der dauaerhaften Dokumentation auf eurer HP leistet ihr jedenfalls eine außerordentlich wichtige Arbeit.

    Gruß, Eugen

  2. Ich finde es genial wie Probleme generiert werden um Geld zu kassieren. Irgendwelche Korrupte Menschen bedienen sich da einfach so an Steuergeldern.

    Sollten sie nicht das böse Männliche Steuergeld ignorieren? Seltsam seltsam das ganze..

    /ajk

  3. Gute Arbeit.
    Sehr wichtig, dass Lobbyismus, Femokratinnenfilz und Einseitigkeit der hiesigen Förderpolitik öffentlich dokumentiert wird.
    Ein willkommener Wissenspool, den ich gewiss des öfteren zu Rate ziehen werde.

  4. Frauenförderwahn müsste man das nennen. Interessant dazu wäre auch mal eine Rechnung der Förderungen aus dem Europäischen Sozialfonds. Leider geht das nicht, da das nicht überall ganz so transparent gehalten ist wie es angepriesen wird:
    http://www.esf.de/portal/generator/1294/verzeichnis__der__beguenstigten.html

    Trotzdem hat das meiner Meinung nach Gemeinsamkeiten. Es gibt eine unglaubliche Anzahl an Frauenförderprogrammen, einige Förderprogramme die gleichermaßen für Männer und Frauen sind und eine klägliche Anzahl an reinen Männerförderprogrammen die zudem im Vergleich mit Witzgeldern abgespeist werden. Irgendwo dazwischen sind sicherlich auch noch Förderprogramme für behinderte Menschen, natürlich behinderte Frauen, sowie allgemein für Migranten und nur Migrantinnen. Gleiches Spiel bei Jugendlichen und Kindern mit zusätzlich überwiegenden Förderprogramme für Mädchen. Die weit abgeschlagenen Gewinner und Nutznießer der Föderprogramme sind Frauen. Hört sich Subjektiv an, was es auch ist.

    Längst überfällig wäre eine ausführliche Studie oder Statistik zu den Förderprogrammen, in der gefragt wird Wer gefördert wird, Was gefördert wird und Wieviel an Geldern dafür gezahlt wird. Interessant wäre auch welche Förderungen in Sinn und Zweck gleich sind.

  5. Ich hatte neulich die Gelegenheit auf einige eingehende Gespräche mit Involvierten in Sachen Frauenhausproblematik im Raum Thüringen. Auch hier gibt es Interessantes hinsichtlich der Vergabepolitk zu vermelden. Die durchschnittlichen Gelder werden ausgezahlt, egal, ob ein Frauenhaus wie beispielsweise Altenburger Land mitunter wochenlang leer steht. Auch gibt es noch immer Frauenhäuser, die zum Teil 17(!) mal dieselbe Person als Neuzugang zählen. Egal, ob diese hysterisch ist oder zum Kaffeetrinken kommt. Besonderes Bonbon: die Thüringer Polizeit wird in Sachen Opferberatung, -schutz und Intervention von der Landesarbeitsgemeinschaft der Frauenhäuser geschult.

  6. Es wird interessant sein zu beobachten ab wann in Deutschland erkannt wird daß es gegenüber dem altfeministischen Gleichheitsaxiom neue Wahrheiten gibt :

    „Es ist eine Binsenweisheit, daß dieser Bereich Männer magisch anzieht, und trotz riesiger Budgets und institutioneller Anreize zur Erhöhung des Frauenanteils zeigen Frauen nur geringes und sogar weiter schwindendes Interesse am IT-Bereich. Es hat keine signifikanten Auswirkungen auf die Einschreibungszahlen gehabt, daß die National Science Foundation, das National Physical Sciene Consortium, Google, IBM, Lucent, Loreal, die Association for Women in Science und andere Gruppen Millionenbeträge in finanzielle Anreize investieren, um mehr Frauen in die Physik oder Informatik zu locken. (Der Anteil von Frauen, die einen Studienabschluß in Informatik machen, bewegt sich bei etwa 17% und ist seit 2002 um 2 % gesunken).“ (Quelle : Susan Pinker, S.181 sowie weiterführend “Male Female Enrollment Patterns in Electrical Engineering at MIT and other Schools”. Final report of the EECS Womens Undergraduate Enrollment Committee, MIT, 01/1995. Donna J.Nelson und Diana C.Rogers, “A National Analysis of Diversity in Science and Engineering Faculties at Research Universities”, 01/2004, http://www.now.org/issues/diverse/diversity_report.pdf).

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